Bild: Zoroaster – de.wikipedia.org
Der Zoroastrismus (auch: Mazdaismus oder Parsismus) ist eine wohl zwischen 1800 v. Chr. und 600 v. Chr. vermutlich im Baktrien (das Balkh im heutigen Afghanistan) entstandene, monotheistische (zumindest in ihren frühen Ausprägungen aber auch dualistische) Religion. Der Religionsstifter war Zarathustra (griech.: Zoroaster), über dessen Datierung in der Forschung bis heute Uneinigkeit herrscht.
Der Zoroastrismus, dessen Anhänger schon im Koran (Sure 22, Vers 17) genannt sind, basiert auf der heiligen Schrift Avesta, welche entweder von Zarathustra selbst oder von seinen Jüngern verfasst sind. Gottesbilder sind dem Zoroastrismus fremd. Er kennt allerdings Feuertempel, in denen eine heilige Flamme gehütet wird, die als Symbol der Gottheit gilt.
Da ist der Schöpfergott Ahura Mazda (daher manchmal auch „Mazdaismus“). Aus ihm gehen ‘Spento Mainyu’ (Der kreative Geist) und ‘Anro Mainyu’ (Der destruktive Geist) hervor. Die beiden zusammen werden als die „Zwillinge“ dargestellt, welche das Gute und Böse erschaffen haben. Ihnen folgen jeweils sechs gute Geister (Amesha Spenta, “Erzengel”), von Spentu Mainyu geschaffene, und ebenso viele böse Geister, von Angra Mainyu geschaffene.
Der Kampf zwischen Gut und Böse dauert vier Perioden zu jeweils 3000 Jahren. Das Reich des Ahura Mazdās steht am Ende des Kampfes. Ein Weltgericht wird stattfinden, das die Bösen bestrafen und die Guten belohnen wird. Und dereinst, wenn die Welt untergeht, wird das Jüngste Gericht stattfinden, der böse Geist verschwinden und ein neues, ewiges Reich des Ahura Mazdās entstehen.
Der heutige Zoroastrismus existiert in sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Die modernen Zoroastrier leben weit verstreut: zirka 65.000 leben in Indien, dort werden sie Parsen genannt. Im Iran leben heute nur noch zirka 20.000 (1975: 21.400). In den USA und Kanada leben etwa 18.000–25.000, in Pakistan maximal 5.000 sowie zerstreut in anderen westlichen Ländern. Insgesamt dürfte es heute 120.000–150.000 Zoroastrier geben.
Ein bekannte Zoroastrier ist z.B. Feroze Gandhi (Ehemann von Indira Ghandi). Freddie Mercury (Frontmann von Queen), der 1991 gestorben ist, war auch Zoroastrier.
| Ahura Mazdā (Der weise Herr) Schöpfer der Welt |
| Spento Mainyu (Der kreative Geist) |
Angra Mainyu (Der destruktive Geist) |
| Vohu Manah (Gute Gedanken) |
Asha Vahista (Wahrheit) |
Druj (Lüge) |
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| Kshathra Vairya (Herrschaft) |
Spenta Armaiti (Hingabe) |
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| Haurvatat (Ganzheit) |
Ameretat (Unsterblichkeit) |

Bild von Paradoxic, Erklärungen eingefügt von Barbara
Das Faravahar-Symbol
Das Faravahar-Symbol ist die Darstellung der menschlichen Seele vor der Geburt und nach dem Tod. Faravahar ist im zoroastrischen Glauben ein Symbol des Geistes, der bereits vor der Geburt und auch nach dem Tod eines Menschen weiter existieren soll, was der Kreis (Ring) um den Rumpf des Faravahar versinnbildlicht. Das Symbol erinnert auch an die ägyptischen, geflügelten Scheiben, einem Symbol für Horus.
Dieses Symbol darf aber nicht als ein Bild des Ahura Mazda (Gott) betrachtet werden. Im alten Iran gab es keine Bildnisse von Ahura Mazda, es wurde das Symbol des Lichtes bzw. des Feuers für ihn gewählt. Das Symbol des Geistes, Faravahar, zeigt gegensätzlich wirkende Kräfte.
Der Name Faravahar leitet sich von dem Avestischen Namen Firavarti ab. Fara oder Fira bedeutet Fliegen oder derjenige, der fliegt. Vahar oder besser gesagt varti bedeutet Wahl des Guten oder den Guten Geist auserwählen. Der Name Faravahar bedeutet also der oberste Auserwählte Gute Geist, der aus Reinheit fliegt.
Nach dem Avesta, dem heiligen Buch der Zoroastrer, hat jeder Mensch
1. Tanu (Physische Körper)
2. Urvan (Seele)
3. Fravashi (Geistiger Führer)
Die Fravashi
Auch Arda Fravash (“Heilige Schutzengel”) genannt. Fra bedeutet “vorwärtsgehen” und vashi kommt von der Wurzel ‘vaksh’ welche “wachsen” bedeutet. Jeder Mensch wird nach dem Glauben im Zoroastrismus von einem Schutzengel während des gesamten Lebens begleitet, die ursprünglich an den Grenzen der Stadtmauern des Himmels patrouillierten, aber freiwillig auf die Erde hinabgestiegen sind, um Einzelpersonen bis zum Ende ihrer Tage beizustehen.
Ahura Mazda rät Zarathustra, sie um Hilfe zu rufen, wenn er sich in Gefahr befindet.
Die Fravashi stehen auch für ein Ideal, das die Seele anstreben soll, um schließlich nach dem Tod eins mit ihnen zu werden. Sie manifestieren die Energie von Gott und bewahren die Schöpfung. Sie sollen wie geflügelte Vögel fliegen.
Die Avesta besagt, dass die Fravishi drei Phasen der Existenz haben, nämlich Fravashayo zatanam (Fravashi des Ungeborenen), Fravashayo zavantam (Fravashi der Lebenden) und Fravashayo irirathusham (Fravashi der Toten). Die Fravashi des Ungeborenen, ist die Arbeit im Bereich der Evolution. Wenn ein Kind geboren wird, kommt sein Fravashi (Schutzengel) auf die Erde und wirkt als treuer Freund und Führer. Beim Tod des Kindes kehrt der Fravashi wieder zu seiner himmlischen Wohnstatt zurück. Allerdings geht man davon aus, dass bei Frasho kereti (Ende des Universums) alle Seelen, die Guten wie die Bösen, die gereinigt werden, mit ihren Fravashis in einem perfekten Körper, Tan-i-Pastin, sich wieder zusammenschliessen.
Zoroastrier verehren ihre verstorbenen Verwandten und die Fravashis gelten als das Medium zwischen den Toten und den Lebenden. Die Fravashis des Verstorbenen werden für spirituellen Reichtum angerufen. Um den Segen der Fravashis zu erhalten, müsse man ein tugendhaftes Leben führen, damit die Fravashis zufrieden seien. Viele Gebete, wie Satum, Farokshi, Afringhan, Jashan, sind den Fravashis gewidmet an ‘Dehun’ (Zehntem), ‘Sirouz’ (Dreissigstem) und ‘Salruz’ (Jahrestag) nach dem Tod eines Verstorbenen. Diese Gebete lobten die Fravashis und fragten nach ihrem Segen.
Während der Avestanperiode wurde immer ein Unterschied zwischen Urvan (Seele), die als männlich galt und Fravashi, die als weiblich galten, gemacht. So werden sie mit den folgenden Worten angerufen:
Haom urvanam Yazamaide, haom fravashim yazamaide.
Wir verehren unsere Seele, verehren wir unsere Fravashis.
Doch während der sassanidischen Zeit ist die Unterscheidung zwischen den Fravashi und Urvan verschwunden.
Es wird geglaubt, dass einmal jährlich alle Fravashis auf die Erde kommen während des alljährlichen Festes ‘Hamaspathmaidya’. In frühen Iran war dies ein eintägiges Festival und die Fravashis, die Seelen der Verstorbenen, so wurde geglaubt, würden mit den Familien und Angehörigen, die sie zurückgelassen hatten, zusammenwohnen. Am Morgen des nächsten Tages, der als Neujahrstag betrachtet wird (Noruz), entfernen sich die Fravashis von dieser Welt und kehrten zu ihren spirituellen Stätte zurück. Während der sassanidischen Zeit, verursachte die Ausweitung des zoroastrischen Kalender zu 365 Tagen eine Menge Verwirrung und die ursprüngliche eintägige Veranstaltung wurde eine zehntägige Angelegenheit, als “Fravadigan-Tage” bekannt. Bei den Parsen in Indien ist es als Muktad bekannt.

Zoroastre – Il rapporte la lumière et la loi
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