Rund um die Welt gibt es tausende von Berichten, wo Menschen von Begegnungen mit Engeln oder Geistern erzählen. Viele davon auch in Extremsituationen, wo es um das physische Überleben ging. Menschen die erlebten, wie plötzlich eine sichtbare oder unsichtbare Gegenwart eines Engels oder Geistes, vielleicht eines verstorbenen Familienangehörigen, spürbar da war und geholfen hat. So berichtet z.B. auch der Astronaut Jerry Linenger, der für 132 Tage im All war, dass er während dem Training auf dem Laufband, plötzlich aus den Augenwinkeln seinen verstorbenen Vater leibhaftig neben ihm sah, der ihm Mut zusprach, da Jerry unter grossem Stress stand und sich völlig auf sich allein gestellt fühlte. Hier ein Video mit einem Interview mit ihm: Link.
Manche nennen das auch den “Angel-Effect” (Engel-Effekt) oder “Third-Man-Factor” (Dritter-Mann-Faktor) und man kann in Experimenten auch künstlich das Gefühl hervorrufen, dass da die Gegenwart eines Wesens ist, dass offensichtlich gar nicht da ist und nur vom Gehirn als Illusion erzeugt wird. Z. B. durch sensorische Deprivation (Reizentzug).
Forschergruppen aus der Schweiz und Schweden haben 2007 auch experimentell belegt, dass sich ausserkörperliche Erfahrungen durch einfache technische Versuchsanordnungen mittels einer Videobrille künstlich induzieren lassen. Auch kennt man das Phänomen, dass 90% der Amputierten fühlen, dass die fehlenden Gliedmassen noch da sind. Auch sogenannte Nah-Todes-Erlebnisse kann die heutige Neurologie bereits ein Stückweit erklären. Im Moment des Todes können im Gehirn Vorgänge ablaufen, die das Gefühl erzeugen, durch einen Tunnel zu schweben und ein Licht zu sehen.
Das Gehirn ist also zu Dingen fähig, die wir logisch nicht mehr erklären können und die noch lange nicht ausgeforscht sind. Aber muss das eine das andere zwangsläufig ausschliessen? Wenn bewiesen wird, dass bestimmte aussergewöhnliche Prozesse während einer solchen Erfahrung im Gehirn ablaufen, schliesst das dann automatisch aus, dass es Engel tatsächlich gibt oder die fehlende Gliedmasse tatsächlich noch vorhanden ist, nur eben auf geistiger Ebene in der Aura des Menschen? Nein. Ich denke, es ist gut und wichtig, dass die Wissenschaft das untersucht. Aber man darf auch nicht den Fehler machen und alles nur aufs Gehirn reduzieren.
Es sagte der Astronaut zum Chirurgen:
“Ich bin schon dreimal im All gewesen und ich hab keine Engel gesehen.”
Meint der Chirurg zum Astronaut:
“Ich hab schon in 300 Gehirne geguckt und noch keinen einzigen Gedanken gesehen.”![]()
“Ich denke, also bin ich” lautet der erste Grundsatz des Philosophen René Descartes. Alles was wir erleben nur eine Produktion des Gehirns? Oder man könnte auch sagen: die ganze Schöpfung, wir Menschen inklusive, “nur” ein Gedanke Gottes, ein Traum, der vielleicht irgendwann wieder in sich zusammenfällt? Wir sehen, aber was sehen wir eigentlich? Farben? Die soll es anscheinend gar nicht geben. Und wir sehen immer nur einen Teil dessen, was da ist. Wir sehen bis zum Horizont, und nicht weiter. Bei manchen ist dieser sehr begrenzt, bei anderen weiter gesteckt. Manche sollen auch schon das Erlebniss gehabt haben, mit allem und jedem verbunden gewesen zu sein, also was man Erleuchtung nennen mag. Alles nur eine Spielerei des Gehirns?
Der amerikanische Molekularbiologie Dean Hamer will ein sogenanntes “Gottes-Gen” entdeckt haben. Hamer arbeitet am Nationalen Krebsinstitut in Bethesda, Maryland, USA. Spiritualität sei ein grundlegender Bestandteil unseres genetischen Erbes, “ein biologischer Mechanismus wie Vogelgesang, nur weitaus komplexer und nuancierter.” Das “Gottes-Gen”, VMAT2, steuert die Produktion von Monoaminen mit. Das sind Hirnbotenstoffe wie Dopamin, Serotonin und Noradrenalin, die entweder für gute Laune sorgen oder Depressionen bescheren und Bewegungskontrolle ermöglichen. Hamer fand heraus, dass Menschen, die für Mystik empfänglich sind, ein anderes Muster der Aminosäuren im mittleren Abschnitt dieses Gens haben. Dean Hamer: “Die Gene liefern die Disposition zum Glauben. Sie sagen uns aber nicht, was wir glauben sollen.”
Andrew Newberg von der University of Pennsylvania scannte die Gehirne von buddhistischen Mönchen und Franziskanernonnen und stellte fest, je tiefer die innere Versenkung der Testpersonen war, desto stärker durchblutet und aktiver waren der Stirnlappen, der für die Aufmerksamkeit zuständig ist, und der Schläfenlappen, wo verschiedene Sinneseindrücke zu einem Ganzen verarbeitet werden. Interessant war auch, dass bei manchen ein Bereich im Scheitellappen völlig inaktiv blieb, der normalerweise sehr aktiv ist. Dieser Bereich ist zuständig für die Einordnung von sich selbst in Raum und Zeit. “Während der Meditation nimmt die neuronale Aktivität in diesem Bereich dramatisch ab. Es ist der Teil des Gehirns, der dafür sorgt, dass ein Ich-Gefühl entsteht und die Grenze zwischen dem Ich und der Welt bestimmt wird. Dadurch, dass die Aktivität in diesem Bereich reduziert wird, verliert der Meditierende dieses Ich-Gefühl und hat den Eindruck, mit dem Gegenstand der Meditation zu verschmelzen”, so Newberg.
Neuropsychological Bases of God Beliefs
Der kanadische Neurowissenschaftler Michael Persinger behandelte Menschen mit Epilepsie, Parkinson oder Depression mit “transkranieller Magnetstimulation”, die die betreffenden Hirnareale in ihrer elektrischen Aktivität beeinflusst. Persinger reizte bei seinen Testpersonen den rechten Schläfenlappen, von dem man weiß, daß er bei Epilepsie-Patienten spirituelle Erlebnisse auslösen kann. Auch die gesunden Testpersonen von Persinger berichteten nach der Hirnstimulation von transzendenten Erlebnissen.

© Bizarro – http://bizarrocomic.blogspot.com/
“Ist das jemandes Vorstellung von einem Witz?!”
Links:
channel.nationalgeographic.com
The Third Man Factor
Wikipedia: Ausserkörperliche Erfahrung

Die Trennung des Geistes vom Körper
Aus: “The Secret of the Golden Flower”, ein chinesisches Handbuch über Alchemie und Meditation
commons.wikimedia.org

Ein Engel holt die Seele eines Sterbenden ab
Holzschnitt aus dem 15.Jahrhundert
commons.wikimedia.org


































Eine gelungene Zusammenstellung, liebe Barbara,
herzlich grüßen dich
Marina und Olaf
Liebe Barbara,
da warst Du aber sehr sehr fleißig …
Super Posting!
Herzliche Grüße
Monika
Liebe Barbara,
das ist wirklich ein toll geschriebener Artikel, der sich – obwohl nicht gerade kurz – mit Spannung und Interesse lesen lässt.
Lieben Dank dafür. Dori
Ich danke euch allen.
Tut gut, eure so freundliche Rückmeldung.