Gandharvas
Gandharvas sind vergleichbar mit der westlichen Vorstellung von Engeln.
Ein Gandharva (Sanskrit, m., गन्घर्व, “Singer am Hofe Gottes”) ist im Hinduismus eine Gottheit bzw. Naturgeist, der die Geheimnisse des Himmels und der göttlichen Wahrheit kennt und als solcher als Bote zwischen den Göttern und Menschen dient. Er ist eine Personifizierung des Lichts der Sonne. Seine Aufgabe ist es, den Soma, den Trank der Götter, zu bereiten. Einige sind teilweise ein Tier, meist ein Vogel oder Pferd. Sie haben hervorragende musikalische Fähigkeiten und machen Musik für die Götter.
Gandharvas sind im Epos Mahabharata und assoziert mit den Devas (als Tänzer und Sänger) und mit dem Yakshas (vorzügliche Krieger).
Eine Apsara und ein Gandharva
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Die Gefährtinnen der Gandharvas sind die Apsaras. Apsaras (Sanskrit, f., अप्सरस) sind in der hinduistischen und Teilen der buddhistischen Mythologie halb menschliche, halb göttliche Frauen, die im Palast des Gottes Indra leben. Apsaras gelten auch als Geister der Wolken und Gewässer und sind in dieser Hinsicht den Nymphen der griechischen und römischen Mythologie vergleichbar.
In einigen Schriften des Mahayana und des Vedanta dient der Begriff „Stadt der Gandharvas“ (Sanskrit: gandharva nagaram) auch als Metapher für eine Täuschung oder Illusion. Im Hindu-Gesetz ist eine Gandharva-Ehe eine im gegenseitigen Einvernehmen und ohne formelle Rituale eingegangene Ehe.
In der buddhistischen Kosmologie ist ein Gandharva (Sanskrit) oder Gandhabba (Pali) einer der niedrigsten Devas. Sie gehören zu den Cāturmahārājikakāyika Devas und unterliegen dem Großen König Dhṛtarāṣṭra, Wächter des Ostens. Wesen werden unter den Gandharvas wiedergeboren als Folge des Praktizierens der einfachsten Form der Ethik. Es wäre peinlich für einen Mönch in keiner besseren Geburt als der eines Gandharva geboren zu werden.
Gandharvas können durch die Luft fliegen, und sind für ihr Können als Musiker bekannt. Sie sind mit Bäumen und Blumen verbunden und werden als wohnend im Duft von Rinde, Saft und Blüte beschrieben. Sie gehören zu den Wesen der Wildnis.
Die Begriffe Gandharva und Yaksa werden manchmal für ein und dieselbe Person verwendet werden; Yaksa in diesen Fällen ist der allgemeinere Begriff, einschließlich einer Vielzahl von niedrigeren Gottheiten.
Gandharva oder Gandhabba ist auch in einem ganz anderen Sinne verwendet, die sich auf ein Wesen in einem Übergangsstadium, zwischen Tod und Wiedergeburt.

Chidambaram Shiva
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Malerei auf Papier, die Chidambaram Szene darstellend: Shiva tanzt den “Ananda Tandava”, den ewigen Tanz von Schöpfung und Zerstörung. Shiva ist in ein Tigerfell gekleidet. Seine Figur ist vor einen blauen Hintergrund gesetzt und wird durch eine Prabhavali umgeben. Der rechte Fuß ist fest auf den Rücken des zappelnden und zwergenhaften Apasmara Purusha gesetzt, der Unwissenheit symbolisiert. In der rechten oberen Hand trägt Shiva die Damaru (eine Handtrommel), in seiner linken oberen Hand das Feuer. Seine rechte untere Hand formt das Abhaya Mudra (Geste der Furchtlogsikeit) und seine linken untere Hand weist zum erhobenen Fuss. Die Ganga lugt aus seiner Krone aus verfilzten Haaren und in dem Wirbeln des Tanzes haben sich einige Dreadlocks gelockert und fliegen um seine Person. Ein Kranz aus abgeschlagenen Köpfen hängt an seinem Hals. Der Halbmond ruht auf seiner Stirn oberhalb der Tripundra-Zeichnung. Der Apasmara Purusha führt in seinen Händen Schwert und Schild. Zähne ragen aus seinem Mund und auf seiner Stirn ist eine auffällige Tripundra. Auf der linken Seite des Nataraja ist seine grünhäutige Gemahlin Shivakamasundari, in einen roten Sari gekleidet und geschmückt mit Juwelen. In ihrer rechten Hand trägt sie eine Lotusblüte. Auf der rechten Seite des tanzenden Gottes stehen seine beiden wichtigsten Anhänger, der tigerfüssige Vyaghrapada und Patanjali, mit dem Unterleib und Kapuze einer Schlange. Beide halten die Hände im Anjali Mudra. Gandharvas fliegen über die Darstellung, Körbe von Blumen tragend und Rosenblätter auf den tanzenden Gott streuend.
Garuda
Garuda
Heinrich Damm – commons.wikimedia.org
Ebenfalls mit unserem westlichen Begriff der Engel vergleichbar ist Garuda.
Garuda (Sanskrit, m., गरुड) ist in der indischen Mythologie ein schlangentötendes halb mensch-, halb adlergestaltiges Reittier des Vishnu. In der asiatischen Mythologie hat der Garuda zugleich die Bedeutung eines Götterboten, der den Menschen Nachrichten und Anweisungen der Götter überbringt. In vielen asiatischen Ländern (beispielsweise Thailand und Indonesien) wird der Garuda zudem als Hoheitszeichen oder Amtssiegel von den Behörden der Regierung verwendet.
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Vishnu auf Garuda reitend
Südbali, Indonesien, 1. Hälfte 20. Jhr.
Völkerkundemuseum, St.Gallen
Fotos: Barbara

Vishnu reitet mit Lakshmi auf Garuda
Indien, ca. 1730
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