Marang Buru – Der Schöpfer

Jain Tempel auf den Parasnath Hills (commons.wikimedia.org)Parasnath Hills
commons.wikimedia.org

“Marang Buru” bedeutet soviel wie “Grosser Berg” und wird von den Santals, einem Volk in Indien, als der Schöpfer verehrt. Shikharji (Parasnath Hills), eines der grössten Heiligtümer der Jainas, wird als Sitz von Marang Buru betrachtet. Die Santals, ein Volk der Adivasi, der ursprünglichen Bevölkerung Indiens, leben vorallem in den Bundesstaaten Jharkhand, West Bengal, Bihar, Odisha und Assam. Es gibt auch signifikante Santal-Minderheiten im benachbarten Bangladesch und eine kleine Population in Nepal. Die Santhals sprechen zumeist Santali. Ihre Religion ist der Sarnaismus.

Schöpfungsgeschichte der Santals bzw. über Marang Buru: www.dorfentwicklung-indien.de.

© Barbara-Paraprem, 2014
Fotographiert im Völkerkundemuseum Zürich

 

Bildrollekaram binti put
(Text: Völkerkundemuseum Zürich)

Schöpfungsmythos-Rolle, 1955 durch Thomas Kaiser und Samuel Schütz von Sumeshwar Chitrakar in Kherwa, Jharkhand, Indien, erworben. Länge: 6 Meter.

Bildrolle eines jadopatia. Die jadopatia sind eine Kaste bengalisch-hinduistischer Bildrollenmaler, die die dargestellten Geschichten auch selbst vortragen. Sie finden ihre Zuhörerschaft überwiegend unter den Angehörigen des Santal-Volkes, auf die sie ihr Repertoire ausrichten. Der hier zu sehende Ausschnitt zeigt die Szene, wie Marang Buru, der Schöpfer und Kulturbringer der Santal, dem ersten Menschenpaar die Herstellung und den Gebrauch von Reisbier erläutert.

Marang Buru, der “Grosse Berg” (hier dargestellt als der mit dem Himalaya-Gebirge verbundene Hindugott Shiva), führt Pilchu Haram, den “Alten Mann” und Ahnvater der Menschen, in den Wald. Dort verliert dieser in der Nähe bestimmter Pflanzen immer von neuem das Bewusstsein und lernt so jene Pflanzen zu erkennen, die es für die Herstellung des Bierfermentes braucht.

Wieder zu Hause zerstampft Pilchu Buri, die “Alte Frau” und Urmutter der Menschen, die mitgebrachten Kräuter, Wurzeln und Rinden. Sie braut daraus Reisbier, welches Marang Buru, Pilchu Haram und Pilchu Buri anschliessend gemeinsam trinken.

Das Ehepaar gerät in Streit, und Pilchu Haram wirft seine Frau zu Boden – eine Metapher für den ersten menschlichen Geschlechtsverkehr. Marang Buru rät den beiden, nachdem ihnen sieben Söhne und acht Töchter geboren worden waren, sich zu trennen.

 

Karma Formel entdeckt!

KARMA FORMEL © Barbara-Paraprem, 2015

KARMA FORMEL © Barbara-Paraprem, 2015

 

Beach (jregerman at pixabay.com)Photosource: jregerman at pixabay.com

Es gibt viele Gleichnisse über den Mensch und das Leben, die den Ozean und Wellen/Tropfen zum Inhalt haben. Gerade auch im (Zen-) Buddhismus. Der Ozean steht dabei für das Ganze und die Wellen für die Persönlichkeit eines Menschen, der sich mehr oder minder davon separiert fühlen mag. Ich habe mich gefragt: Wie entstehen eigentlich Wellen? Klar: durch Wind! Auf Wikipedia wird recht ausführlich erklärt, wie Wasserwellen enstehen: Wikipedia – Wasserwelle. Ganz vereinfacht gesagt durch:

Streichlänge (Einwirkungsdistanz an der Wasseroberfläche) = F
Windgeschwindigkeit = U
Winddauer = Dmin

Könnt man nun diese physikalische Formel betreffend Wasserwellen nicht auch auf die geistigen Wellen anwenden bzw. wie wir auf etwas reagieren? Zum Beispiel so:

Emotionale Betroffenheit
(Einwirkungsdistanz an der Persönlichkeit) = F (Feeling = Gefühl)
Stärke des Mindfuck = U (Ugh = Äh)
Anhaftungszeit = Dmin (Desire in minutes = Verlangensdauer)

Also: Gefühl + Gedanken + Verlangen ² = W (Welle)

Da es so schönes Wetter ist und wir das U im Moment nicht weiter ausbauen möchten bzw. lieber gleich zu D in Form eines Kaffees in einem Gartenrestaurant wechseln, werden wir weitere Analysen gegebenfalls später forstetzen. Oder auch nicht. Schönen Tag noch!
smilie grins

Dharmawheel © Barbara-Paraprem

“In einem Geist so klar wie stilles Wasser,
werden selbst die Wellen, die brechen, dessen Licht reflektieren lassen.”

Dogen Zenji (1200 – 1253)

Dharmawheel © Barbara-Paraprem

Du bist nicht ein Tropfen im Ozean.
Du bist der gesamte Ozean in einem Tropfen.

Dschalal ad-Din ar-Rumi (1207 – 1273)

Dharmawheel © Barbara-Paraprem

Ein Verlangen taucht im Geist auf.
Wenn es befriedigt ist, erscheint sofort ein anderes.
In der Pause zwischen zwei Verlangen
herrscht eine perfekte Ruhe im Geist.
Es ist in diesem Moment befreit von allen Gedanken, Liebe oder Hass.
Vollkommener Frieden herrscht ebenso zwischen zwei geistigen Wellen.

Swami Sivananda (1887 – 1963)

Dharmawheel © Barbara-Paraprem

Jedesmal wenn ich in den Ozean tauche,
ist das wie nach Hause kommen.

Sylvia Earle (Ozeanographin und Umweltaktivisitin, *1935)

Dharmawheel © Barbara-Paraprem

Excited flying fox

Well… the way how this flying fox looks… that could be well-nigh impossible only grapes, hahahaha! At least they are already fermented…
smilie grins
Nun… die Weise wie dieser Flughund schaut… das können beinahe unmöglich nur Trauben sein, hahaha! Zumindest sind sie schon vergoren…

The Universe in a Coffee Cup

THE UNIVERSE IN A COFFEE CUP © Barbara-Paraprem, 2015 3© Barbara-Paraprem, 2015

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I’m standing at the main train station of Zurich, waiting to take the train to Lucerne respectively to go to Zazen. I hold a coffee cup in my hand. Often I allow myself on this regularly travel a coffee, a delicious, freshly squeezed juice or something else. I’m standing on the platform and look longer than at other times into the cup. Suddenly I see the endless space of the universe in it! Amazing! The feeling of being that blends with some wistfulness, even I know: it’s always here, right where I am…

smilie meditation

Genius

Ein Genie wartet nicht darauf, bei anderen Anklang zu finden,
um das, was er der Welt zu schenken hat, zum Ausdruck zu bringen.
Sonst wären viele Erfindungen, grossartige Entdeckungen
oder Werke nie gemacht worden.
Jeder ist ein Genie und einzigartig an sich, allein durch sein Sein.
Jedoch auch dazu berufen, etwas Einzigartiges, sich Selbst,
in Werken zum Ausdruck zu bringen.

Barbara-Paraprem

 

Was einem halt so einfällt, auf nächtlichen Spaziergängen… ;)

Was aber ist ein Genie? Ich habe dazu ein wenig nachgeforscht. Genie kommt vom Lateinischen “Genius”, was ursprünglich soviel heisst wie “zeugende Kraft” oder “Erzeuger” bzw. “Schöpfer”. Später wurde in der römischen Religion ein persönlicher Schutzgeist daraus, vergleichbar mit “Schutzengeln”, die manche auch als “höheres Selbst” betrachten. Reigen vor dem Genius der Liebe (Meister des Rosenromans, ca. 1420-1430, commons.wikimedia.org)

Bild:
Reigen vor dem Genius der Liebe
Meister des Rosenromans, ca. 1420-1430, commons.wikimedia.org

Im Palmyrenischen, einem ostaramäischen Dialekt, kennt man das Wort “gny'”, vokalisiert als “ginnaya”. “Gny'” bedeutet “Gottheiten”. In einem Wörterbuch für Altäthiopisch fand ich für “Ganaya” folgende Übersetzung: verneigen, demütig sein, Dank, danken, Lob, huldigen, dienen, sich ergeben, demütig anerkennen, bezeugen, bitten, sich niederwerfen. Und in einem Wörterbuch für Sanskrit findet sich ebenfalls “घनाय – Ghanaya”, was mit “in grosser Zahl gefunden” übersetzt wird. Im Hinudismus kennt man die elephantenköpfige Gottheit “Ganesha” was “Gefolge, Schar, Gebieter” bzw. “Herr der Scharen” bedeutet. Und in der Bibel heisst es ganz zu Anfang: 1.Mose 1, 26: “Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei,…”
Auch Goethe spricht von einem Genius in folgenden Zeilen, die aus Goethes Briefwechsel mit einem Kinde – Dritter Teil – Buch der Liebe, zusammengestellt von Bettina von Arnim, stammen:

Die Erde liegt im Äther wie im Ei, das Irdische liegt im Himmlischen wie im Mutterschoß, die Liebe ist der Mutterschoß des Geistes.
Es gibt keine Weisheit, keine Erkenntnis des Wahren, die mehr will, als die Liebe zu ihr.
Jede Wahrheit buhlt um die Gunst des Menschengeistes.
Gerechtigkeit gegen alle beurkundet die wahre Liebe zu dem einen.
Je allseitiger, je individueller.
Nur der Geist kann von Sünden freimachen.
Willst Du allein sein mit dem Geliebten, so sei allein mit Dir.
Willst Du den Geliebten erwerben, so suche Dich zu finden, zu erwerben in ihm.
Du erwirbst, Du hast Dich selbst – wo Du liebst; wo Du nicht liebst, entbehrst Du Dich.
Bist Du allein mit Dir, so bist Du mit dem Genius.
Du liebst in dem Geliebten nur den eignen Genius.

Gott lieben, ist Gott genießen; wenn Du das Göttliche anbetest, so gibst Du Deinem Genius ein Gastmahl.
Sei immer mit Deinem Genius, so bist Du auf dem graden Weg zum Himmel.
Eine Kunst erwerben, heißt dem Genius einen sinnlichen Leib geben.
Eine Kunst erworben haben, bedeutet dem Geist nicht mehr Verdienst, als dem Vater eines bedeutenden Kindes. – Die Seele war da, und der Geist hat sie in die sichtbare, fühlbare Welt geboren.
Wenn Du einen Gedanken hast, der Dich belehrt, so fühlst Du wohl, es ist Dein liebender Genius, der Dir schmeichelt, der Dir liebkost. Er will Dich bewegen zur Leidenschaft für ihn.
Und alle Wahrheit ist Eingebung, und alle Eingebung ist Liebkosung, ist Inbrunst von Deinem Genius zu Dir, er will Dich bewegen, in ihn überzugehen.
Liebst Du, so nimmt Dein Genius eine sinnliche Gestalt an.
Gott ist Mensch geworden in dem Geliebten; in welcher Gestalt Du auch liebst – es ist das Ideal Deiner eignen höheren Natur, was Du im Geliebten berührst.
Die wahre Liebe ist keiner Untreue fähig, sie sucht den Geliebten, den Genius, wie den Proteus unter jeglicher Verwandlung.
Geist ist göttlicher Kunststoff, in der sinnlichen Natur liegt er als unberührtes Material. Das himmlische Leben aber ist, wenn Gott ihn als Kunststoff benützt, um seinen Geist in ihm zu erzeugen.
Drum ist das ganze himmlische Leben nur Geist, – und jeder Irrtum ist Verlust des Himmlischen. Darum ist jede Wahrheit eine Knospe, die durch die himmlischen Elemente blühen und Früchte tragen wird. Darum sollen wir die Wahrheit in uns aufnehmen, wie die Erde den Samen; als Mittel, durch welches unsere sinnlichen Kräfte in ein höheres Element hinüberblühen.
Indem Du denkst, sei immer liebend gegen Deinen Genius, so wird Dir die Fülle des Geistes nie ausgehen.
Die echte Liebe empfindet den Geist auch im Leib, in der sinnlichen Schönheit. Schönheit ist Geist, der einen sinnlichen Leib hat.
Aller Geist geht aus Selbstbeherrschung hervor.
Selbstbeherrschung ist, wenn Deinem Genius die Macht über Deinen Geist gegeben ist, die der Liebende dem Geliebten über sich einräumt.
Mancher will sich selbst beherrschen, daran scheitert jeder Witz, jede List, jede Ausdauer; er muß sich selbst beherrschen lassen durch seinen Genius, durch seine idealische Natur.
Du kannst den Geist nicht erzeugen. Du kannst ihn nur empfangen.
Du berührst Dich mit dem Geliebten in allem, was Du erhaben über Dich fühlst.
Du bist im Geheimnis der Liebe mit ihm, in allem, was Dich begeistert.
Nichts soll Dich trennen von diesem göttlichen Selbst, alles, was eine Kluft zwischen Dir und dem Genius bildet, ist Sünde.
Nichts ist Sünde, was mit ihm nicht entzweit, jeder Scherz, jeder Mutwill, jede Kühnheit ist durch ihn sanktioniert, er ist die göttliche Freiheit in uns.
Wer sich durch die Äußerung dieser göttlichen Freiheit beleidigt fühlt, der lebt nicht in seinem Genius, dessen Weisheit ist nicht Inspiration, sie ist Afterweisheit.
Die Erkenntnis des Bösen ist ein Abwenden aus der Umarmung der idealischen Liebe; die Sünde spiegelt sich nicht im Auge des Geliebten.
Du saugst göttliche Freiheit aus dem Blick der Liebe, der Blick des Genius strahlt göttliche Freiheit. –
Es gibt ein wildes Naturleben, das durch alle Abgründe schweift, den göttlichen Genius nicht kennt, aber ihn nicht verleugnet; es gibt ein zahmes, kultiviertes Tugendleben, das ihn von sich ausschließt.
Wer die Tugend übt aus eigner Weisheit, der ist ein Sklave seiner kurzsichtigen Bildungsanstalt; – wer dem Genius vertraut, der atmet göttliche Freiheit, dessen Fähigkeiten sind zerteilt in alle Regionen, und er wird sich überall wiederfinden im göttlichen Element.