Brote für die Kinder in Peru! – Bitte Hilf mit!

Ein Bericht von:
Dr. Andrea Hofer, Präsidentin ‚Asociación Perú Austria Internacional‘

 

Der Verein “ Asociación Perú Austria Internacional“ wurde 2007 auf Initiative von vier österreichischen Ärzten gegründet, von denen zwei seit dem Jahre 2005 in Peru als Ärzte arbeiten.

Frau Dr. Andrea Hofer, gebürtige Wienerin, Ärztin und Mutter einer zweijährigen Tochter, die in Peru geboren wurde und ihr Ehemann Dr. José Torres Noriega, gebürtiger Limeño, Peruaner, der in Wien Medizin studierte und dort 20 Jahre lebte und arbeitete, beschlossen im Jahre 2005 nach Lima auszuwandern und dort als Ärzte tätig zu sein. Frau Dr. Andrea Hofer arbeitet als Botschaftsärztin der österreichischen Botschaft in Lima und konnte dadurch auch einen Einblick in die Armut der peruanischen Bevölkerung bekommen. Durch den persönlichen Kontakt mit der armen Bevölkerung und der Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich, die in Peru herrscht, entstand die Idee, den Hilfsverein “Asociación Perú Austria Internacional“ zu gründen.

Bisher wurden drei Lehr-Schulbäckereien innerhalb von armen staatlichen Schulen aufgebaut, die jeweils täglich ca. 1.000 Schulbrote gratis an die gesamte Schülerschaft verteilen.

Der Tätigkeitsbereich der „Asociación Perú Austria Internacional“ umfasst:

· Bau eines Bäckereigebäudes innerhalb des Schulgeländes der Schule und Ausstattung dieser mit Öfen, Arbeitstischen, Geräten,…
· Gratisverteilung von ca. 1.000 – 1.200 Spezial-Schulbroten (je nach Anzahl der Schulkinder); die Schulbrote sind mit einem Spezialmehl zubereitet, welchem Vitaminen, Mineralstoffen und Eisen zugesetzt wird. Damit soll der Unterernährung bzw. Mangelernährung der Schulkinder entgegengewirkt werden.
· Verkauf von hochwertigen, billigen Broten an die Bevölkerung, um auch hier die Fehlernährung der Bevölkerung zu mindern und um damit einen Selbsterhalt der Bäckereien zu sichern, um die täglichen Schulbrote verteilen zu können und die Angestellten bezahlen zu können.
· Ausbildung von jugendlichen Arbeitslosen aus der Umgebung zu Bäcker/Konditoren.
· Durchführung von Bäckerei-Werkstätten für die Schulkinder der letzten drei Schulstufen.
· Abhalten von monatlichen Back-Kursen für alleinerziehende Mütter, um dadurch Einkommenschaffung durch Kuchenverkauf zu ermöglichen.
· Aufnahme von Freiwilligen in die Projekte und somit Austausch von Wissen und Gewinnen von neuen Freundschaften.

Voriges Jahr entschloss man sich, auch Freiwillige ins Projekt aufzunehmen. So konnten wir zwei junge Burschen aus Luxemburg begrüßen, die sowohl in der Bäckerei tätig waren als auch Englisch und Französisch an die Schulkinder unterrichteten. Nikolas, der erste Freiwillige, war an einer Fortbildungs-Filmreihe in Schulmanagement, die speziell für die Problematik für Lehrer von armen Schulen in Slums zugeschnitten ist, beteiligt. Man kann die Vorträge auf der Website abrufen: http://www.apaiperu.org

Das Gemeinsame aller drei Lehr-Schulbäckereien: Alle drei Bäckereien sind innerhalb von Schulen aufgebaut worden, die in sehr armen Slumgebieten liegen. Rundum Lima befinden sich hohe Wüstenberge, die von der armen Bevölkerung besiedelt werden, welche von den Bergen wegen der extremen Armut und Mangelernährung flüchten. Sie erwarten sich ein neues, besseres Leben in der Stadt; sehr oft können die Träume nicht erfüllt werden, da durch die massive Landflucht Lima explosionsartig angewachsen ist (von 50.000 Menschen im Jahre 1930 auf 10 Millionen Menschen im Jahre 2010!!). Aufgrund von Geldmangel werden
die unbesiedelten Wüstenberge bebaut, zu Beginn mit Strohhäusern oder Pappendeckeln-Häusern, die dann nach und nach mit Lehm oder Ziegeln verfestigt werden. Meist gibt es in diesen Ansiedlungen jahrelang weder Wasser, Strom noch feste Straßen. Gekocht wird mit Petroleumöfen, Wasser wird zweimal die Woche
mittels Tankwagen auf die Berge gebracht. Trinkwasser ist in diesen Gegenden eine Kostbarkeit.

Unsere erste Lehr-Schulbäckerei wurde in San Juan de Amancaes, Rimac, gebaut, die auch heute noch unsere Hauptbäckerei ist. Dort durften wir auch voriges Jahr im August vier Volontäre aus dem Arbeitskreis Weltkirche, Vikariat Wr.Neustadt begrüßen, die sowohl in der Bäckerei mitgearbeitet haben und unsere
Bäcker in die Geheimnisse der österreichischen Bäckerei/Konditorei eingeführt haben, als auch eine Schulklasse und eine Bäckerei-Werkstätte für die Schulkinder gebaut haben. Im neuen Schuljahr (ab März 2010) werden dort die Schulkinder der letzten drei Schulklassen in Bäckerei/Konditorei ausgebildet. Im Herbst 2009 wurde durch Swiss Contakt (Schweizer Kooperation) bewirkt, dass ein Schweizer Meisterbäcker in die Bäckerei kam und die Bäcker und Bäckerlehrlinge geschult hat.

Die zweite Bäckerei liegt mitten auf einem Berg, der vor 40 Jahren durch Menschen, die vor dem Terrorismus flüchteten, gegründet wurde. Durch extreme Armut und Fehlernährung leiden dort viele Menschen an Tuberkulose, weswegen am Fuße des Berges ein Tuberkulosekrankenhaus errichtet wurde. Die Schulbäckerei ist die einzige Bäckerei auf dem gesamten Berg und liefert jetzt täglich frische Brote und Backwaren an die Bevölkerung. Viele Menschen nehmen lange Fußmarsche in Kauf, um in der Bäckerei ihr tägliches Brot zu kaufen. Auf Drängen der Bevölkerung hat die Bäckerei auch an Tagen, an denen keine Schule stattfindet, für die Bevölkerung geöffnet und liefert gesundes Brot.

Die dritte Bäckerei wurde innerhalb einer staatlichen Schule in San Juan de Lurigancho aufgebaut. Rundum die Schule befinden sich Slums, in denen die Menschen in extremer Armut leben. Einer der Slums ist erst vier Jahre alt und wurde vorwiegend von jungen Familien besiedelt. Der Bezirk San Juan de Lurigancho ist in den letzten 30 Jahren extrem gewachsen von 89.206 Menschen im Jahre 1972 auf 1 Million Einwohner im Jahre 2009. Diese Schule wird von 1.200 Schulkindern besucht, die in extremer Armut, teilweise ohne Wasser in Pappkartonhäusern leben – und täglich kommen neue „Häuser“ dazu.

Allen drei Bäckerei ist es gemeinsam, dass sie täglich Gratis-Brote an die gesamte Schülerschaft verteilen und auch gesundes, hochwertiges Brot an die Bevölkerung verkaufen. Da die Menschen in den Slums sehr arm sind, kann das Brot nur sehr billig verkauft werden und es können nur wenige Reserven durch den Verkauf der
Brote geschaffen werden.

Wichtig für uns für die Zukunft wäre es, einen Lieferwagen anzuschaffen, um unsere gesunden, hochwertigen Brote in andere, einkommensstarke Bezirken zu liefern, um dadurch Reserven für die Schulbrote schaffen zu können.

Auch in Österreich gibt es Menschen, die an uns denken und uns helfen. Durch das große Engagement von Frau Draga Neubauer aus Spillern wurde am 15. August 2009 in Spillern ein peruanischer Festgottesdienst mit anschließender Tanzaufführung mit peruanischen Tänzen und peruanischen Essen gefeiert. Die Spenden, die bei diesem Gottesdienst gesammelt wurden, hat Frau Draga Neubauer persönlich nach Peru mitgebracht, als sie mit dem Arbeitskreis Weltkirche nach Peru reiste.

Für März dieses Jahres ist die Eröffnung der Schüler-Bäcker-Werkstätte geplant, ein Zubau der Hauptbäckerei in Rimac, um mehr Ablageflächen für die Schulbrote zu schaffen sowie der Bau einer vierten Bäckerei für 1.200 Schulkinder im Bezirk San Juan de Miraflores wird in Angriff genommen.

Mit freundlichen Grüßen aus Lima,
Dr. Andrea Hofer

Präsidentin
Asociación Perú Austria Internacional


BANK AUSTRIA
Spendenkonto: 51589 197 701
BLZ: 12000
IBAN: AT69 1200 0515 8919 7701
BIC: BKAUATWW

Webseite:
www.spendenperu.org

 

3 Gedanken zu „Brote für die Kinder in Peru! – Bitte Hilf mit!

  1. Nun habe ich die Vorgehensweise zwar nicht so ganz kapiert, sehe aber auf jeden Fall das Potential dahinter🙂. Noch eine beschauliche Frühlingszeit (wenn überhaupt🙂 und schöne Grüße, Donatus Saathoff

  2. Netter Post zu dem Thema, der Innovativste denke ich, den ich bis jetzt gefunden habe. Ich hoffe, der Blog bleibt am Thema dran?! War da nicht neulich schon mal ein Bericht bei SPON drüber? Vielen Dank, Ägidius Albrecht

  3. Ich finde das eine ganz tolle Idee …

    Hungernot und Kinderarmut ist auch ein sehr wichtiges Thema und sollte alle angehen …

    Ein bissel hört sich das zwar erstmal so an, wenn das so weitergehen wird, als hätten sie irgendwann mal Bäcker und Backwaren ohne Ende vielleicht, also im Überfluss … Ich hoffe aber v.g.H., dass dieses Konzept immer weiter positiv aufgeht … Schon allein für die armen Kinder, die´s ja mal besser haben sollen und die´s sicher auch sehr genießen und sich freuen …

    Möge die Hilfe in benötigter Form stets fleißen und alles so gelingen wie man sich das denkt und wünscht …

    GLG Schattensonne

Write a comment

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s