Erzengel Paschiel / Pessachiel

Pessachiel auf Hebräisch
© Barbara-Paraprem

 

Namensformen

Paschiel, Pessachiel, Passachiel.

Aufgaben, Qualitäten

Die Qualität seines Namens könnte man mit „Göttlicher Überwinder“ übersetzen (wortwörtlich: Passah Gottes). Paschiel ist ein Erzengel. Er lehrt uns, dass alles möglich ist. Selbstgesetzte Grenzen, die uns unnötig behindern und unser volles Potential auf negative Weise beschränken, hilft er zu „überschreiten“, so dass scheinbar Unmögliches möglich wird. Paschiel ist ein Engel der Wunder, der Umbrüche, der Grenzüberwindung, der Liebe.

In der Bibel, 1 Korinther 13, heisst es:

Wenn ich mit den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber nicht Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel. Und wenn ich Prophezeiung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und wenn ich allen Glauben habe, so daß ich Berge versetze, aber nicht Liebe habe, so bin ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeilen werde, und wenn ich meinen Leib hingebe, auf daß ich verbrannt werde, aber nicht Liebe habe, so ist es mir nichts nütze.

Die Liebe ist langmütig, ist gütig; die Liebe neidet nicht; die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie gebärdet sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihrige, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu, sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit, sie erträgt alles, ie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.

Die Liebe vergeht nimmer; seien es aber Prophezeiungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. Denn wir erkennen stückweise, und wir prophezeien stückweise; wenn aber das Vollkommene gekommen sein wird, so wird das, was stückweise ist, weggetan werden. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindisch war. Denn wir sehen jetzt durch einen Spiegel, undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen gleichwie auch ich erkannt worden bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte von diesen ist die Liebe.

Gott ist Liebe. Diese hat sogar den Tod überwunden, indem Jesus gestorben und wiederauferstanden ist. Kein Wunder ist grösser als dieses, wenn die Liebe sogar den Tod überwindet. Wenn wir uns selbst lieben, aus dem auch die Liebe zu anderen resultiert, wird unmögliches möglich. Paschiel – der Engel der Wunder und der Liebe.

Jeanne Ruland meint in ihrem Buch „Das grosse Buch der Engel“, dass Passachiel einer der Zornschalen-Engel sei, dessen Aufgabe es wäre, plötzliche Umstürze zu bringen, die auch gewaltvoll sein könnten. Das kommt wohl von der biblischen Geschichte mit dem (Würge-)Engel (siehe unter Namensbedeutung).

Tarotkarte La Maison Dieu (Tarot Deck of Jean Dodal)Bild: Tarotkarte „La Maison Dieu“
commons.wikimedia.org

Dazu kommt mir spontan die Tarotkarte „Der Turm“ in den Sinn, die für (heftige) Umbrüche steht: Die grossen Arkana – Nr. 16 – Der Turm / The Tower (Marseille Tarot: La Maison Dieu – Das Haus Gottes). Siehe auch: www.tarot.de.

Nach Gabriele Bitterlich, einer angeblichen Seherin und Gründerin des Engelwerkes, eine umstrittene katholische Bewegung, ist St.Passachiel „der zweite der sieben Zornschalenengel aus dem Chor der Versiegelten Herrschaften“, „der Engel des Sohnes und der Endzeit“, aber auch „ein Engel der Liebe“ (gb-tagesengel.de).

Pessachiel kommt auch in einem jüdischen Fluch aus dem 15.Jahrhundert vor, der manchmal von einem Rabbiner über einen Schuldigen ausgesprochen wurde (z.B. wegen Landesverrat, Lieferung von „Ritualien“ oder Munition an eine feindliche Armee, od. sonstiger Übertretungen wichtiger Staatsgesetze). (Quelle)

Namensherkunft

Paschiels Name kommt vom hebräischen „‏פֶּסַח“‎ = pesach (Aramäisch: „‏פַּסְחָא“‎ = pas-cha; Griechisch: „πάσχα“ = pas-cha).

Das hebräische Wort „pessach“ oder „passach“ ist abgeleitet von einem Verbalstamm mit der Bedeutung „auf-/gegen-/zurückstoßen“ oder „abprallen“. Es bezeichnet in 2. Mose 12 das „Vorübergehen“, „Auslassen“ oder „Überspringen“ jüdischer Häuser während JHWHs Strafgericht an den ägyptischen männlichen Erstgeborenen. Um verschont zu bleiben, sollte jede israelitische Familie abends ein männliches, einjähriges fehlerloses Jungtier von Schaf oder Ziege schlachten, mit dessen Blut die Türpfosten bestreichen und es dann braten und gemeinsam vollständig verzehren.

Bild: Die Erschlagung der Erstgeburten
Gustav Doré, um 1866

An den so markierten Häusern werde der Todesengel in derselben Nacht vorübergehen, während er Gottes Strafaktion an Ägypten vollstrecke. Daher kommt das Passah-Fest im Judentum, manchmal auch als „Pascha“ bezeichnet, das wir als Ostern feiern. Auch im Lateinischen heisst „pascha“ Osterlamm, Passah.

Der Engel, der in dieser Bibelgeschichte ausgesandt wurde, wird auch als „Würgeengel“ bezeichnet. Nach dem Buch „Das grosse Buch der Engel“ von Jeanne Ruland gehört der Würgeengel zu den Legionen von Erzengel Uriel. Auf französisch heisst er „Ange Exterminateur“. Arnold Schwarzenegger, der Terminator, ein Engel? loooool…😉

Diese Wortbedeutung spiegelt sich auch beim Ausdruck in einem Würfelspiel wieder: „Pasch„. Das Wort wird etymologisch abgeleitet von dem alten französischen Würfelspiel namens passe-dix (= überschreite 10), bei dem derjenige gewinnt, der mit drei Würfeln elf oder mehr Augen bei gleicher Augenzahl auf mindestens zwei Würfeln wirft. Also auch hier wieder der Begriff „überschreiten“.

Ein „Pascha“ (osmanisch: ‏پاشا‎) war aber auch im osmanischen Reich seit dem 15. Jahrhundert und im osmanischen Vizekönigreich Ägypten und dessen Nachfolgestaaten der Titel der höchsten Beamten und Militärs.

Pascha, wie wir es kennen, kommt vom türkischen „paşa“ bzw. „başağa“ („Hauptherr“, aus baş ‘Kopf, Haupt-, oberster’ + ağa ‘Herr’). Daneben findet sich aber auch die Herleitung des Wortes von Persisch „pād“ = Herr + „šāh“ = Herrscher.

Einen Engel erkennt man immer erst, wenn er vorübergegangen ist.

Martin Buber
1878-1965, Österreichisch-israelischer jüdischer Religionsphilosoph

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