Engel sind Dämonen


© Barbara-Paraprem

 

Jeder Engel (Lat.: Angelus = Bote) ist genaugenommen ein Dämon. Denn Dämon im ursprünglichen Wortsinn heisst nichts anderes wie „Geist“ (Griech.: Daimon = δαίμων).

Der Daimon (Mehrz.: Daimones) eines Menschen ist in der griechischen Mythologie und Philosophie die Personifikation der Schicksalsbestimmung eines Menschen.

Homer unterscheidet kaum zwischen Daimones und Göttern (θεοί), bei Hesiod jedoch erscheinen sie erstmals als wohlwollende Begleiter des Menschen. Ihm zufolge sind die Daimones die abgeschiedenen Seelen der Menschen des Goldenen Zeitalters:

Aber nachdem nun jenes Geschlecht absenkte das Schicksal,
Werden sie fromme Dämonen der oberen Erde genennet,
Gute, des Wehs Abwehrer, der sterblichen Menschen Behüter,
Welche die Obhut tragen des Rechts und der schnöden Vergehung,
Dicht in Nebel gehüllt, ringsum durchwandelnd das Erdreich,
Geber des Wohls: dies ward ihr königlich glänzendes Ehramt.

Der Daimon erscheint bei Platon als ein zwar der göttlichen Sphäre angehöriges, aber nicht eigentlich göttliches Wesen. Das Schicksal kann gut oder schlecht sein, die vom Daimon verkörperte Schicksalsbestimmung wird aber als zum Guten gerichtet gesehen, ähnlich dem Schutzengel im Christentum. So bei Menander:

Neben jeden Menschen stellt sich gleich, wenn er geboren wird, ein Daimon, ein guter Mystagoge des Lebens; denn man darf nicht glauben, daß es einen bösen Dämon gibt, der das Leben schädigt, oder daß Gott böse ist, sondern es ist alles Gute; diejenigen aber, die nach ihrem Charakter schlecht sind […] sprechen dem Daimon die Schuld zu und nenne ihn schlecht, obgleich sie es selber sind.

Der Daimon ist also ambivalent oder gut, die Verwandlung der „Daimones“ in teuflische „Dämonen“ war einerseits der gegen das Heidentum sich richtenden christlichen Polemik zuzuschreiben, andererseits gab es auch die Vorstellung von zwei den Menschen begleitenden Daimones, einem guten und einem bösen, wobei dem bösen Daimon − dem Kakodaimon − dann die üblen Taten zugeschrieben werden können.

Dem griechischen Daimon entspricht weitgehend der römische Genius.

Quelle: Wikipedia – Dämon / Daimon

Der Dämon
Ekaterinburg Museum of Fine Arts

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