Kraftvolle Ur-Bäume

Ältester Baum

Welches ist der älteste Baum der Welt? Dabei wird zwischen zwei versch. Baumtypen unterschieden: „Klonbäume“ und „Nicht-Klonbäume“. Klonbäume meint, dass ein Baum entweder durch Wurzelschlagen eines Astes, der den Grund berührte oder durch vegetative Vermehrung, dem Nachwachsen eines neuen Stammes aus dem noch lebenden Wurzelsystem, überlebt hat. Also ist dabei der ursprüngliche Baum eigentlich nicht mehr vorhanden, sondern ein „Nachkomme“ des Baumes nachgewachsen.

Old Tjikko
Foto: Karl Brodowsky – commons.wikimedia.org

Als ältester Klonbaum gilt „Old Tjikko“, eine Gemeine Fichte (Picea abies), die im Nationalpark Fulufjället in Schweden wächst. Das Alter von „Old Tjikko“, der 5 Meter hoch ist, wird auf mindestens 9550 Jahre geschätzt. Das Alter des Baums ist mit Radiokohlenstoffdatierung des Wurzelsystems unter dem Baum ermittelt worden, nicht mit Dendrochronologie oder dem Zählen der Jahresringe. Der Stamm selbst wird nur auf ein Alter von einigen hundert Jahren geschätzt.

Methuselah
Foto: Oke – commons.wikimedia.org

Als ältester, lebender Baum (kein „Klonbaum“) gilt Methuselah (englisch für Methusalem), eine Langlebige Kiefer (Pinus longaeva), die im Inyo National Forest in der höchstgelegenen Region der White Mountains zwischen Nevada und dem Death Valley in einer Höhe von über 3.000 m ü. NN wächst. Ihr Alter wird mit 4723 Jahren angegeben. Um den Baum zu schützen, ist er allerdings nicht markiert und es gibt auch keine Fotos von diesem einen, bestimmten Baum, lediglich vom sogenannten „Methuselah Walk“, dem Hain, den ihn umgibt.

Dickster Baum

Árbol del Tule
Foto: Gengiskanhg – commons.wikimedia.org

Der „Árbol del Tule“ (Baum von Tule) ist ein etwa 1200–3000 Jahre altes Baumexemplar der Art Mexikanische Sumpfzypresse (Taxodium mucronatum). Mit einem Stammdurchmesser von 14,05 Metern ist er der dickste Baum der Welt. Der Baum von Tule steht in Santa María del Tule im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca. Einer lokalen Zapoteken-Legende nach wurde der Baum vor 1400 Jahren von Pechocha, einem Priester von Eehecatl (dem aztekischen Sturmgott), gepflanzt.

Höchster Baum

Hyperion

Der Hyperion gilt zur Zeit als der höchste Baum der Erde (Stand 2007). Er ist ein Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) im Redwood-Nationalpark in Kalifornien mit 115,55 m Wuchshöhe. Benannt wurde der Baum nach dem Titanen Hyperion in der griechischen Mythologie.

Hyperion wurde am 8. September 2006 von Chris Atkins und Michael Taylor entdeckt. Er überholte damit Stratosphere Giant (112,87 m), der ebenfalls ein Küstenmammutbaum ist. Weil Küstenmammutbäume extreme Flachwurzler sind und eine Verdichtung des Bodens durch Besucher die Wurzeln des Baumes schädigen kann, wird der exakte Standort des Baumes nicht veröffentlicht. Es ist daher nur die Lage des Waldgebiets, nicht aber die des Baumes bekannt.

Grösster (voluminöster) Baum

General Sherman
Foto: Smithfl – commons.wikimedia.org

Der General Sherman Tree ist der größte lebende Baum der Erde. Er ist ein Berg- oder Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) und steht im Giant Forest des Sequoia-Nationalparks im US-Bundesstaat Kalifornien. Sein Alter wird auf etwa 1900 bis 2500 Jahre geschätzt. Der General Sherman Tree ist mit einer Stammhöhe von 83,8 m nicht der höchste Baum der Erde. Eine Bestimmung des Volumens dieses massiven Baumes ergab 1489 Kubikmeter. Damit handelt es sich um den voluminösesten lebenden Baum der Erde.

Ältester Olivenbaum der Welt

360 Grad Panorama des Baumes von innen

Olivenbaum von Vouves
Der älteste Olivenbaum der Welt steht in Ano Vouves, Kreta, Griechenland. Der Olivenbaum wird auf mind. 2000 Jahre alt geschätzt, von anderen sogar bis 4000 Jahre alt. Ob ihn das tatsächlich zum ältesten seiner Art macht, ist aber unbestimmt. Sein Umfang beträgt unten mehr als 13 Meter, sein Durchmesser 3,60 Meter.

Älteste Eiche Europas

1000-jährige Eiche Bad Blumau
Foto: Claus Ableiter – commons.wikimedia.org

Die 1000-jährige Eiche Bad Blumau, von der dortigen Bevölkerung die dicke Oachn genannt, gilt als älteste Eiche Europas. Die Eiche ist etwa 30 Meter hoch, der Durchmesser des Stammes beträgt 2,50 Meter, der Umfang 8,75 Meter. Der Kronendurchmesser beträgt etwa 50 Meter. Um den Stamm zu umfassen werden sieben Erwachsene benötigt. Der Baum wurde früher als Versammlungs- und Tanzplatz verwendet.

 

Robin Hood’s Unterschlupf

Major Oak
Foto: Marcin Floryan – commons.wikimedia.org

Die „Major Oak“ ist eine riesige Eiche nahe dem Dorf Edwinstowe im Herzen des Sherwood Forest, Nottinghamshire, England. Entsprechend der lokalen Folklore, war der Wald Robin Hood’s Unterschlupf, wo er und seine Leute schliefen. Die Eiche wiegt schätzungsweise 23 Tonnen, hat einen Umfang von 10 Metern und ist etwa 800 bis 1000 Jahre alt.

Heilige Olivenbäume in Jerusalem

Olivenbäume im Garten Gethsemane
Foto: Mattes – commons.wikimedia.org

Gethsemane (von hebräisch גת שמנים = Gat-Schmanim – Ölpresse) ist ein Ort, in dem nach dem Matthäus-, Markus- und dem Lukasevangelium Jesus Christus in der Nacht vor seiner Kreuzigung betete, ehe er von Judas Ischariot verraten und von Abgesandten des Hohepriesters verhaftet wurde. Getsemane befindet sich am Fuß des Ölbergs in Jerusalem. Bei dem Garten befindet sich die Kirche aller Nationen, auch bekannt als Todesangstbasilika.

Schon in biblischen Zeiten war das Areal mit Olivenbäumen bepflanzt. Der Garten Getsemani war bei den frühen Christen ein beliebtes Ziel.


Olivenbaum im Garten Gethsemane, 1898
commons.wikimedia.org

Heiliger Baum des Buddhismus

Der Bodhi-Baum
Foto: William Pfeifer – commons.wikimedia.org

Gemäß der buddhistischen Überlieferung erlebte Siddhartha Gautama unter einer Pappelfeige sitzend das „Erwachen“ (sanskrit: Bodhi) und wurde damit zum Buddha („Erwachter“). Die Pappelfeige gilt seither in der buddhistischen Kunst als Symbol des Buddha.

Im indischen Bodhgaya, dem einstigen Uruvela, steht neben dem Mahabodhi-Tempel ein angeblicher Nachkomme des ursprünglichen Bodhi-Baums, unter dem der Buddha Bodhi erlangt hatte. Als historisch belegt kann gelten, dass ein Zweig des ursprünglichen Baumes während Kaiser Ashokas Mission im 3. Jahrhundert v. Chr. nach Sri Lanka gelangte. Der daraus gewachsene Baum, der Sri Mahabodhi in der damaligen Könighauptstadt Anuradhapura, ist auch heute noch ein wichtiger Pilgerort für Buddhisten. Nachdem der ursprüngliche Bodhi-Baum in Bodhgaya durch einen shivaitischen Herrscher gefällt worden war, pflanzte man an seiner Stelle später einen Ableger aus Anuradhapura. Um diesen soll es sich bei dem heute in Bodhgaya stehenden Baum handeln.


The Mahabodhi Tree in Bodh Gaya
Foto: Ken Wieland – commons.wikimedia.org

Heiliger Baum Afrikas

Baobab (Affenbrotbaum)
Foto: Yoky – commons.wikimedia.org

Der Afrikanische Affenbrotbaum (Adansonia digitata), auch Afrikanischer Baobab (von arabisch bu-hubub) genannt, gehört zu den bekanntesten Bäumen des tropischen Afrika. Sie können bis zu 20 Metern hoch werden. Im Alter von einhundert Jahren kann er bereits einen Stammdurchmesser von vier bis fünf Metern erreicht haben. Hier ein besonders imposantes Exemplar: klick.
Aufgrund seines Aussehens ranken sich mehrere Legenden um den Affenbrotbaum. Als Sitz von Göttern und Geistern spielt er außerdem in einer Reihe weiterer afrikanischer Legenden und Sagen eine Rolle. In Antoine de Saint-Exupérys Geschichte Der Kleine Prinz kommen auch Affenbrotbäume vor.

Schönes Foto von Yann Arthus-Bertrand: „Der Baum des Lebens“, Tsavo Est Nationalpark

Heiliger Baum der Schauspieler

Die Goldene Palme von Cannes
Foto: karel leermans – commons.wikimedia.org

Der Legende nach haben schon viele Schauspieler unter diesem Baum die Erleuchtung durch Blitzlichtgewitter erlangt. Jedes Jahr versammeln sie sich von neuem vor der Goldenen Palme in Cannes um ihr zu huldigen und einen der begehrten Ableger zu ergattern. Ableger dieser Palme verändern sich nicht in Grösse, Stammumfang oder Gewicht und können sich nicht eigenständig reproduzieren, sind jedoch wegen ihrer schillernden Rinde und vorallem ihrem Auszeichnungswert hochbegehrt.

3 Gedanken zu „Kraftvolle Ur-Bäume

  1. Bäumig, gefällt mir die Artikel mit all den alten Bäumen… ja, eigentlich höchste Zeit, diese Sprache endlich mal wirklich zu lernen. Bei uns in der Gegend hatten wir auch grad das Thema Baum. Allerdings etwas traurig. Interessant war, dass meine Freundin die Orbs von blossem Auge sieht sagte, sie hätte vor einigen Tagen, bevor die Bäume im Hof abgesägt worden wären, gesehen, dass die Bäume traurig gewesen seien. Darauf hätte sie mit ihnen geredet. Sie, die Bäume erklärten, dass sie bald nicht mehr da sein würden. Meine Freundin vergass es wieder Bald darauf rief eine Nachbarin von dort weinend meiner Freundin an, die gerade unterwegs war, sagte, die Bäume im Hof wären umgesägt worden. Als meine Freundin das sah, wurde ihr sehr schlecht und sie hat beschlossen, von diesem Ort weg zu ziehen…Auch ich kannte die Bäume und nun sah ich sie eigenartigerweise innerlich einen ganzen Tag vor mir. Meine Freundin hat mir noch mehr erzählt über die Bäume, die daran gluben mussten. Viele Vögel verloren dadurch die Brut und flogen noch lange verzweifelt herum… Dies alles wegen Autobesitzern…

    In den Sinn kam mir noch, dass Lena, ein Kristallkind, wie sie sich nennt auch viel von Gesprächen mit Baümen erzählt…ja, ich möchte diesen Dingen auch mal wieder näher kommen….

    Nun bin ich etwas getröstet, zu wissen, dass es sooo alte Bäume gibt.
    In Indien sah ich auch einige, die für Budda oder Krishna oder andere Götter standen…Es gibt dort auch Wunschbäume…oder Bäume in denen Wesen wohnen—

    Danke Barbara, es ist schön, immer wieder Bilder von Dir vermittelt zu bekommen, die so schöne eigene Bilder in uns wecken…die letzten Tage habe ich öfters Tage im Wald mit Kindern verbracht. War auch sehr schön…

  2. Pingback: Olivastro Millenario – Der “Millionenbaum” :)) « SHAMBALA

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