GATE

Buddha (Photo Barbara-Paraprem)© Photo: Barbara-Paraprem

 

GATE

When we stop running away from ourselves,
by not trying to feel different,
by embracing our whole supposed poorness
and the feeling of not being loved and to suffer need,
with compassion for ourselves,
so if we stay in this way with every possible emotion,
without making the step into term, explain, judge
and finally also fight,
then we encounter ourselves for the first time.
Then we begin to make us familiar with ourselves,
as we would awaken slowly, slowly
from a sleep lasting since eternities,
as if we were only now, when we were not before.
Then a intimacy grows with ourselves,
then we see with our heart and not just with the mind:
God’s or Buddha’s love
is the same as the love for ourselves.
If we remain exactly by that, what we feel,
our heart will become so open, that no more separation exists,
because all separation happens only in the mind.
Then we see the perfect in the imperfect, the beauty in the ugliness,
because there is longer any place, where we would not be.
All we can see, is
always only we ourselves, always only we ourselves, always only we ourselves.
All we can love, we are always only we ourselves.
This not to see means to suffer.
What we see may seems to us like a curse.
Yet this gate to hell is a gate to heaven,
and opens up to us after long struggles far greater peace,
than any sweet threshold.

Barbara-Paraprem

 

GATE

Wenn wir aufhören, vor uns selbst wegzulaufen,
indem wir nicht versuchen uns anders zu fühlen,
indem wir unsere ganze vermeintliche Armseligkeit
und das Gefühl, nicht geliebt zu werden und Mangel zu leiden,
mit Mitgefühl für uns selbst umarmen,
wenn wir also so bei jeder möglichen Emotion bleiben,
ohne den Schritt ins benennen, erklären, beurteilen
und schliesslich auch des kämpfens zu machen,
dann begegnen wir erstmals uns selbst.
Dann beginnen wir, uns mit uns selbst vertraut zu machen,
als würden wir nach einem schon seit Ewigkeiten dauerndem Schlaf,
langsam, langsam erwachen,
als wären wir erst jetzt, wo wir vorher noch gar nicht waren.
Dann wächst eine Intimität mit uns selbst,
dann erkennen wir mit unserem Herzen und nicht nur mit dem Verstand:
Gottes oder Buddhas Liebe
ist das selbe wie die Liebe für uns selbst.
Wenn wir exakt bei dem bleiben, was wir fühlen,
wird unser Herz so weit, dass es keine Trennung mehr gibt,
weil alle Trennung nur im Kopf geschieht.
Dann erkennen wir das Perfekte im Unperfekten, das Schöne im Hässlichen,
weil es keinen Ort mehr gibt, wo wir nicht wären.
Alles was wir schauen können, sind
immer nur wir selbst, immer nur wir selbst, immer nur wir selbst.
Alles was wir lieben können, sind immer nur wir selbst.
Das nicht zu erkennen heisst zu leiden.
Was wir schauen mag uns wie ein Fluch erscheinen.
Doch gerade dieses Tor zur Hölle ist ein Tor zum Himmel,
und eröffnet uns nach langem Kämpfen weit grösseren Frieden,
als jede süsse Schwelle.

Barbara-Paraprem

 

5 Gedanken zu „GATE

  1. Liebe Barbara,
    vielmals danke für diesen wundervollen Text, der dir wohl tief aus dem Herzen, dem Zentrum von Wahrheit und Weisheit und Liebe, gekommen ist.
    Und das herrlich schöne Bild dazu – wahrlich Seelenschmaus🙂
    Einen frohen Einstieg in den September wünscht dir mit ganz❤ lichen Grüßen
    Marina

  2. Liebe Barbara, dein Gate ist ein wunderschönes Gedicht auf das Selbst, das was wir wirklich sind, was uns ausmacht.Vielleicht braucht es vielleicht die Stille, das All Einsein, um die Worte dafür zu finden. Es ist dir gelungen, mich mit diesem Gedicht ganz tief zu berühren. Namasté Chantal

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