My Shadow

Shadow (hotblack at morguefile.com)
Photosource: hotblack – morguefile.com

 

My Shadow

I have a little shadow that goes in and out with me,
And what can be the use of him is more than I can see.
He is very, very like me from the heels up to the head,
And I see him jump before me, when I jump into my bed.

The funniest thing about him is the way he likes to grow,
not at all like proper children, which is always very slow,
for he sometimes shoots up taller like an india-rubber ball,
and he sometimes gets so little that there’s none of him at all.

He hasn’t got a notion of how children ought to play,
and can only make a fool of me in every sort of way.
He stays so close beside me, he’s a coward, you can see,
I’d think shame to stick to nursie as that shadow sticks to me!

One morning, very early, before the sun was up,
I rose and found the shining dew on every buttercup,
but my lazy little shadow, like an arrant sleepy-head,
had stayed at home behind me and was fast asleep in bed.

Robert Louis Stevenson
From: A Child’s Garden of Verses (1885)

 

 

Mein Schatten

Ich habe einen kleinen Schatten, der mit mir ein- und ausgeht,
und was sein Sinn sein kann, ist mehr als ich sehen kann.
Er ist genau wie ich von den Fersen bis zum Kopf,
und ich sehe ihn vor mir emporschnellen, wenn ich in mein Bett steige.

Das lustigste an ihm ist die Art, wie er gerne wächst,
ganz und gar nicht wie richtige Kinder, was immer sehr langsam geht,
denn er schiesst manchmal in die Höhe wie ein Gummiball,
und manchmal wird er so klein, dass da da nichts mehr von ihm ist.

Er hat keine Vorstellung davon, wie Kinder spielen müssen,
und kann mich nur in jeder Art und Weise zum Narren machen.
Er bleibt so dicht neben mir, er ist ein Feigling, wie du sehen kannst,
ich würde mich schämen am kindisch sein zu hängen, wie der Schatten an mir hängt!

Eines Morgens, sehr früh, bevor die Sonne aufging,
stand ich auf und fand den glänzenden Tau auf jeder Butterblume,
aber meine fauler, kleiner Schatten, wie eine ausgesprochene Schlafmütze
blieb er hinter mir zuhause und schlief tief und fest im Bett.

Robert Louis Stevenson
Aus: Im Versgarten (1885)

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