Buddhismus und Christentum im Vergleich

Ich hab mal einige zentrale Inhalte von Buddhismus und Christentum einander gegenübergestellt… 😉

Meditating Buddha on a lotus throne (South India, Tamil Nadu, Nagapatinam, 7th century, Museum Rietberg, Zurich) © Barbara-Paraprem, 2014

© Barbara-Paraprem, 2014

Christus Pantocrator (Cimabue, Basilica San Francesco, Assisi, 1280-83, commons.wikimedia.org)

commons.wikimedia.org

 
DER BUDDHA
„Der Erwachte“

 
DER CHRISTUS
„Der Gesalbte“

Mutter: Maya.
Maya hat einen Traum von Devas und einem weissen Elefanten, der durch ihre rechte Seite in sie eindringt.
 

Prophezeiung: „Bei der Geburt erkannten die herangezogenen Seher und Weisen, das es sich um ein außergewöhnliches Kind handelte, da es die Merkmale des vollkommenen Menschen zeigte. Sie prophezeiten ihm die Weltherrschaft, wenn es sich dem Weltleben zuwenden sollte, jedoch die Buddhaschaft, wenn es beim Anblick von Alter, Krankheit und Tod den Weg in die Hauslosigkeit einschlagen würde.“ (Palikanon, Die Heilslehre des Buddha)

 
Geburtsname: Siddhartha Gautama.

 
Geburt: Um 563 v. Chr. in einer Vollmondnacht unter einem Salbaum in Lumbini, Nepal.

Jugend: Aufgewachsen in Kapilavastu (Indien) als Prinz in einem Palast.

Erwachen: 6 Jahre lang Leben als Asket und Erscheinungen von Mara kurz vor dem Erwachen im Alter von 35 Jahren: in einer Vollmondnacht unter einer Pappelfeige („Bodhibaum“) am Ufer des Neranjara-Flusses bei Bodhgaya.

„Upon seeing the morning star, Gautama became Shakyamuni Buddha when He was, is and will be awakened to His TRUE SELF and said, says and will say, “I was, am and will be enlightened, together with the whole of the great earth and all its sentient beings, simultaneously.“ (Denkoroku, Kapitel 1)

Weiteres Leben: Umherziehen und halten von Lehrreden; erste Gefährten um sich.

Tod: Im Alter von 80 Jahren in Kushinagar (Indien) unter einem Korallenbaum, nach dem verzehren eines verdorbenen Gerichts.

 
Letzte Worte (vor dem Tod):

„Wohlan denn, ihr Mönche,
laßt euch gesagt sein:
schwinden muß jede Erscheinung, unermüdlich mögt ihr da kämpfen.“
(Palikanon: Mahāparinibbāna Sutta, Teil 6)

 
Parinirvana: Eintritt ins Nirvana („Erlöschen“) nach dem Tod. (Wikipedia: Parinirvana)

Mutter: Mirjam (Hebräisch für „Maria“).
Maria hat eine Erscheinung vom Erzengel Gabriel, der ihr die Empfängnis von Jesus durch den Heiligen Geist (Taube) ankündigt.

Prophezeiung: „Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, wann er weiß, Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen.“ (Jesaja 7, 14)
 
 
 
 
 
 

Geburtsname: Jeschua (aramäisch für „Jesus“).

Geburt: Um das Jahr 0 bei einer bes. Sternenkonstellation in einem Stall in Bethlehem, Judäa.

Jugend: Aufgewachsen in Nazareth (Israel) als Sohn eines Baumeisters.

Taufe: 40 Tage Rückzug in die Wüste mit Fasten und Versuchungen durch den Teufel, mit ca. 30 Jahren Taufe im Fluss Jordan bei Bethanien durch Johannes, einem „Prediger in der Wüste“.
 

„Und alsbald stieg er aus dem Wasser und sah, daß sich der Himmel auftat, und den Geist gleich wie eine Taube herabkommen auf ihn. Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ (Markus 1, 10-11)

Weiteres Leben: Umherziehen als Prediger; Berufung der ersten Jünger.

Tod: Mit ca. 31 Jahren in Jerusalem (Judäa) durch Kreuzigung.

 
 
Letzte Worte (vor dem Tod):

„Eli, Eli, lama asabthani?“ („Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, Matthäus 27, 46)
„Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!“ (Lukas 23, 46)
„Es ist vollbracht!“ (Johannes 19, 30)

Himmelfahrt: Aufnahme von Jesus in den Himmel. (Apostelgeschichte, Kapitel 1)

Trikaya
(Wikipedia: Trikaya)

– Dharma-kaya (Dharma-Körper)
– Sambhoga-kaya (Körper des Segens)
– Nirmana-kaya (Emanationskörper)

Trinität
(Wikipedia: Dreifaltigkeit)

– Gott Vater
– Gott Sohn
– Heiliger Geist

Der Dharma
(Dhammapada, Vers 183)

Kein Unrecht tun
und immer nach dem Guten trachten,
Sein Denken reinigen:
dies lehren die Erwachten.

Die Lehre
(Psalm 34, 14)

Laß vom Bösen und tue Gutes;
suche Frieden und jage ihm nach.

Die 4 Edlen Wahrheiten
(Wikipedia: Vier Edle Wahrheiten)
(Palikanon: Sacca)

– Alles Bedingte ist Leid.
(„Skandhas“ – Anhäufungen)

 

– Leid hat eine Ursache.
(„Tanha“ – Begehren)

 

– Es gibt ein Ende des Leids.
(„Nirvana“ – Erlöschen)

 
– Es gibt einen Weg zum Ende des Leids.
(„Ariya-atthangika-magga“
Edler Achtfacher Pfad)

Die Sündenlehre
(Wikipedia: Sünde)
 

„Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren…“ (1.Mose 3,7) → Ur-teilen.
 

„Sündenfall“ (Verzehr der verbotenen Frucht des Baums der Erkenntnis).

 

– Rückkehr ins „Paradies“.

 

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Johannes 14,6)

Der Edle Achtfache Pfad
(Wikipedia: Edler Achtfacher Pfad)

– Rechte Einsicht (Anschauung/Erkenntnis)
(„Samma Ditthi“)
 
 
 
 
 
– Rechte Gesinnung (Absicht/Denken)
(„Samma Sankappa“)
 
 
– Rechte Rede
(„Samma Vaca„)
 
 
– Rechtes Handeln
(„Samma Kammanta“)
 
 
 
– Rechter Lebensunterhalt
(„Samma Adjiva“)
 
 
 
 
 
 
– Rechtes Streben (Üben/Anstrengung)
(„Samma Vayana“)
 
 
 
 
 
 
 
– Rechte Achtsamkeit (Bewusstheit)
(„Samma Sati“)
 
– Rechte Konzentration (Versenkung)
(„Samma Samadhi“)

„Der Edle Achtfache Pfad in Bibelversen“

„Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.“ (Johannes 3, 18)
 

„Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit…“ (Matthäus 6, 33)

„Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.“ (Matthäus 5, 37)

„Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch. Das ist das Gesetz und die Propheten.“ (Matthäus 7, 12)

„Denn wir sind nicht unordentlich unter euch gewesen, haben auch nicht umsonst das Brot genommen von jemand; sondern mit Arbeit und Mühe Tag und Nacht haben wir gewirkt, daß wir nicht jemand unter euch beschwerlich wären.“ (2.Thessalonicher 3, 7-8)

„So legt nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste im Irrtum sich verderbt. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit.“ (Epheser 4, 22-24)

„Sei achtsam in allem, was du tust…“ (Tobit 4, 14)

„Und du sollst den Herrn, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allem Vermögen.“ (5.Mose 6, 5)

10 Hauptschüler
(Wikipedia: The ten pricipal disciples)

– Shariputra
– Maudgalyayana
– Mahakasyapa
– Subhuti
– Purna Maitrayani-putra
– Katyayana
– Anuruddha
– Upali
– Rahula
– Ananda

12 Apostel
(Wikipedia: Die 12 Apostel)

– Simon Petrus
– Andreas
– Jakobus, der Sohn des Zebedäus
– Johannes
– Philippus
– Bartholomäus
– Thomas
– Matthäus
– Jakobus, der Sohn des Alphäus
– Thaddäus
– Simon Kananäus
– Judas Iskariot

„Lieblingsjünger“
 

Ananda

„Lieblingsjünger“
(Wikipedia: Lieblingsjünger)

Johannes

Die Zufluchtnahme
(Wikipedia: Zuflucht (Buddhismus))

Ich nehme Zuflucht zu Buddha.
Ich nehme Zuflucht zu Dharma.
Ich nehme Zuflucht zur Sangha.

Das Glaubensbekenntnis
(Wikipedia: Apost. Glaubensbekenntnis)

Ich glaube an Gott.
Ich glaube an Jesus Christus.
Ich glaube an den Heiligen Geist.

Die Paramitas
(Wikipedia: Paramita)

– Freigebigkeit (Dana)
– Ethisches Verhalten (Sila)
– Geduld (Khanti)
– Weisheit (Prajna)
– Willenskraft (Viriya)
– Entschlossenheit (Adhitthana)
– Entsagung (Nekkhamma)
– Wahrhaftigkeit (Sacca)
– Mitfühlende Güte (Metta)
– Gleichmut (Upekkha)
– Meditation (Dhyana)

Die Tugenden
(Wikipedia: Tugend)

– Demut (Humilitas)
– Mässigung (Temperantia)
– Geduld (Patientia)
– Fleiss (Industria)
– Keuschheit (Castitas)
– Mildtätigkeit (Caritas)
– Wohlwollen (Humanitas)

Die Kleshas
(Wikipedia: Klesha)

– Gier (Lobha)
– Hass (Dosa)
– Verblendung (Moha)
– Stolz (Asmi-mana)
– Falsche Ansichten (Micchaditthi)
– Zweifel (Vicikiccha)
– Starrheit, Trägheit (Thinam)
– Erregtheit (Uddhaccam)
– Schamlosigkeit (Ahirikam)
– Gewissenlosigkeit (Anottappam)

Die 7 Todsünden
(Wikipedia: Todsünde)

– Völlerei (Gula)
– Zorn (Ira)
– Hochmut (Superbia)
– Geiz (Avaritia)
– Trägheit (Acedia)
– Wollust (Luxuria)
– Neid (Invidia)

„Buddhistische Seligpreisungen“
(Palikanon: Ud.II.1 Mucalinda)

– Selig die Abgeschiedenheit des Gestillten, der die Lehre kennt und sehend ist.
– Selig das Freisein von Übelwollen in der Welt, die Zurückhaltung gegenüber den lebenden Wesen.
– Selig der Zustand der Leidenschaftslosigkeit in der Welt, die Überwindung der Sinnenlüste;
die Bemeisterung des Dünkels ,Ich bin’, – dies, wahrlich, ist höchste Seligkeit!

Die Seligpreisungen
(Wikipedia: Seligpreisungen)

– Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
– Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
– Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
– Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
– Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
– Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
– Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
– Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
– Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.

Die 3 Reinen Gelübde
(Wikipedia: Bodhisattva Precepts)

Ich gelobe mich um
die richtige Einstellung zu bemühen,
sie anzunehmen, sie zu pflegen.

Ich gelobe mich um
alles Gute zu bemühen,
es anzunehmen und es zu pflegen.

Ich gelobe mich um
alle Wesen zu bemühen,
sie anzunehmen, sie zu pflegen.

Die Evangelischen Räte
(Wikipedia: Evangelische Räte)

– Gelöbnis der Keuschheit

– Gelöbnis der Armut

– Gelöbnis des Gehorsams

Die 10 Unterlassungsgelübde
(Palikanon: Khuddaka-Pātha, 2)

Ein Jünger des Erwachten

– tötet nicht.
– nimmt nicht,
was nicht freiwillig gegeben ist.
– missbraucht die Sinne nicht.
– redet nicht irreführend.
– vergiftet weder Körper noch Geist.
– ist nicht nachtragend.
– lobt sich nicht auf Kosten anderer.
– hortet weder Dinge noch Lehren.
– ist nicht verbittert.
– missachtet nicht die 3 Juwelen.

Die 10 Gebote
(Luther-Bibel 1912: 2.Mose Kapitel 20)

Du sollst

– nicht töten.
– nicht stehlen.
– den Namen des Herrn, deines Gottes,
nicht mißbrauchen.
– kein falsch Zeugnis reden.
– keine anderen Götter neben mir haben.
– deinen Vater und deine Mutter ehren.
– dir kein Bildnis…machen.
– nicht ehebrechen.
– Gedenke des Sabbattags…
– Laß dich nicht gelüsten…was dein Nächster hat.

4 Himmlische Könige
(Wikipedia: Four Heavenly Kings)

– Vaisravana (Norden)
– Virudhaka (Süden)
– Dhrtarastra (Osten)
– Virupaksa (Westen)

4 Evangelisten
(Wikipedia: Evangelistensymbole)

– Markus (Löwe)
– Matthäus (Mensch)
– Johannes (Adler)
– Lukas (Stier)

Dharmawheel © Barbara-Paraprem

San Damiano Kreuz

Wer da, o Vakkali, die Lehre sieht,
der sieht mich;
wer mich sieht, der sieht die Lehre!
Wahrlich, Vakkali:
Die Lehre sehend, sieht man mich;
mich sehend, sieht man die Lehre!

Samyutta Nikaya 22.87.13

Und wer mich sieht, der sieht den,
der mich gesandt hat.

Johannes 12, 45

Der Buddha sprach:
„Wer sich daran erfreut,
dass andere den Weg beachten,
wird großen Segen erfahren.“
Ein Cramana fragte den Buddha:
„Kann dieser Segen je zerstört werden?“
Der Buddha antwortete:
„Es ist wie mit einer brennenden Fackel,
deren Flamme an so viele Fackeln weitergegeben werden kann,
wie die Menschen vorbeibringen;
damit werden sie Essen kochen
und die Dunkelheit vertreiben,
während die ursprüngliche Fackel weiterbrennt.
So ist es auch mit der Seligkeit
des Weges.“

Sutra der 42 Kapitel

Ihr seid das Licht der Welt.
Es kann die Stadt,
die auf einem Berge liegt,
nicht verborgen sein.
Man zündet auch nicht ein Licht an
und setzt es unter einen Scheffel,
sondern auf einen Leuchter;
so leuchtet es denn allen,
die im Hause sind.
Also laßt euer Licht leuchten
vor den Leuten,
daß sie eure guten Werke sehen
und euren Vater im Himmel preisen.

Matthäus 5, 14-16

Alles, was Ihr tun müsst,
um einen Buddha zu finden,
ist Eure eigene Natur zu sehen.
Eure Natur ist der Buddha.

Bodhidharma

Ich bin das Licht der Welt…
(Johannes 8, 12)
Ihr seid das Licht der Welt.
(Matthäus 5, 14)

Jesus

 

8 Gedanken zu „Buddhismus und Christentum im Vergleich

  1. Pingback: Buddhismus und Christentum: ein Vergleich | Mystik aktuell

  2. Der Vergleich ist beeindruckend. Um so leichter kann man sich in den einen Geist fallen lassen. Der grosse Geist ist immer der EINE. Aber das zu erkennen ist ein langer Weg. Da gehört auch ein Vergleich, wie dieser dazu. Liebe Barbara, deine Arbeit wird sicher auf dich zurück fallen. Und der halb angekündigte Spaziergang ist diesmal wieder auf dem geistigen Pfad. Da wandere ich gerne mit dir🙂

  3. Pingback: Buddhismus und Christentum | Mystik aktuell

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