Funktionierende Menschen

Window (Psychiatric University Hospital in Zurich) © Barbara-Paraprem

Fenster in der Psychiatrischen Uniklinik in Zürich © Barbara-Paraprem
 

Psychiatrische Pflegefachfrau, vielleicht um die 30, im Café am Nebentisch beim philosophieren mit einer älteren Dame, möglicherweise ihrer Mutter:
„Wegen Suizidalität und Zwangseinweisung: Ich mein, was wenn nachher das Leben vielleicht doch plötzlich wieder lebenswert ist…?“ Und: „Solange er (- d.h. der nicht Verhaltenskonforme) noch in unserer Gesellschaft funktioniert, solange ist er für mich nicht unbedingt krank…“.

Was ist mit der Würde des Menschen, vom unantastbaren Recht, selbst zu entscheiden ob man leben oder sterben möchte? Hilfe zum Leben in allen Ehren, aber nicht mit aller Gewalt, auch fortgesetzter. Und was für ein Menschenbild ist das, dass Krankheit daran gemessen wird, ob jemand „in dieser Gesellschaft funktioniert“, die oft genug mehr wie brutal ist? Wobei: selbst wenn er vorschriftsmässig „funktioniert“, kann er immer noch jederzeit als „krank“ beurteilt werden, ob der Betroffene diese Meinung teilt oder nicht.

Dann irgendwann kommt das Gespräch auf „Engelsverbände“. Und über frühkindliche Erfahrungen: „Der Engelsanteil von deinem Papi hat das bewusst so ausgewählt, um dir das anzutun.“ Es wird noch abenteuerlicher und sie faseln irgendwas von Hitler…
Psychiatrisches Caféhausgelabber…

Barbara-Paraprem

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