Die Nachtigall – Hans Christian Andersen

Audio made with the „nightingale translator“:
www.nightingale-song.com
Painting:
New Moon – Nightingale on a Plum Branch
Ryūryūkyo Shinsai, 19 cent.
www.metmuseum.org

 

Hier die Geschichte „Die Nachtigall“ lesen:
Here read the story „The Nightingale“ (please scroll down):

 

Die Nachtigall
(Quelle: www.zeno.org)

The Nightingale 1 (Edmund Dulac, 1911, commons.wikimedia.org)…und in diesen wohnte eine Nachtigall, welche so herrlich sang, daß selbst der arme Fischer, der so viel anderes zu thun hatte, still hielt und horchte, wenn er nachts ausgefahren war, um das Fischnetz aufzuziehen…

In China, weißt Du ja wohl, ist der Kaiser ein Chinese, und alle, die er um sich hat, sind Chinesen. Es sind nun viele Jahre her, aber gerade deshalb ist es wert, die Geschichte zu hören, ehe sie vergessen wird. Des Kaisers Schloß war das prächtigste der Welt, ganz und gar von feinem Porzellan, so kostbar, aber so spröde, so mißlich daran zu rühren, daß man sich ordentlich in acht nehmen mußte. Im Garten sah man die wunderbarsten Blumen, und an die allerprächtigsten waren Silberglocken gebunden, welche erklangen, damit man nicht vorbeigehen möchte, ohne die Blumen zu bemerken. Ja, alles war in des Kaisers Garten fein ausgedacht, und er erstreckte sich so weit, daß der Gärtner selbst das Ende nicht kannte; ging man immer weiter, so kam man in den herrlichsten Wald mit hohen Bäumen und tiefen Seen. Der Wald ging gerade hinunter bis zum Meere, welches blau und tief war; große Schiffe konnten unter den Zweigen hinsegeln, und in diesen wohnte eine Nachtigall, welche so herrlich sang, daß selbst der arme Fischer, der so viel anderes zu thun hatte, still hielt und horchte, wenn er nachts ausgefahren war, um das Fischnetz aufzuziehen, und dann die Nachtigall hörte. »Ach Gott, wie ist das schön!« sagte er, aber dann mußte er auf sein Netz acht geben und vergaß den Vogel; doch wenn dieser in der nächsten Nacht wieder sang und der Fischer kam dorthin, sagte er wieder: »Ach Gott, wie ist das doch schön!«

Von allen Ländern kamen Reisende nach der Stadt des Kaisers und bewunderten dieselbe, das Schloß und den Garten; doch wenn sie die Nachtigall zu hören bekamen, sagten sie alle: »Das ist doch das Beste!«

Die Reisenden erzählten davon, wenn sie nach Hause kamen und die Gelehrten schrieben viele Bücher über die Stadt, das Schloß und den Garten, aber die Nachtigall vergaßen sie nicht, sie wurde am höchsten gestellt; und die, welche dichten konnten, schrieben die herrlichsten Gedichte über die Nachtigall im Walde bei dem tiefen See.

Die Bücher durchliefen die Welt und einige kamen dann auch einmal zum Kaiser. Er saß in seinem goldenen Stuhl, las und las, jeden Augenblick nickte er mit dem Kopfe, denn es freute ihn, die prächtigen Beschreibungen der Stadt, des Schlosses und des Gartens zu vernehmen. »Aber die Nachtigall ist doch das Allerbeste!« stand da geschrieben.

»Was ist das?« fragte der Kaiser. »Die Nachtigall kenne ich ja gar nicht! Ist ein solcher Vogel hier in meinem Kaiserreiche und sogar in meinem Garten? Das habe ich nie gehört; so etwas soll man erst aus Büchern erfahren?«

Da rief er seinen Haushofmeister. Der war so vornehm, daß, wenn jemand, der geringer als er war, mit ihm zu sprechen oder ihn um etwas zu fragen wagte, er weiter nichts erwiderte als: »P!« Und das hat nichts zu bedeuten.

»Hier soll ja ein höchst merkwürdiger Vogel sein, welcher Nachtigall genannt wird!« sagte der Kaiser. »Man spricht, dies sei das Allerbeste in meinem großen Reiche; weshalb hat man mir nie etwas davon gesagt?«

»Ich habe ihn früher nie nennen hören,« sagte der Haushofmeister. »Er ist nie bei Hofe vorgestellt worden!«

»Ich will, daß er heute Abend herkomme und vor mir singe!« sagte der Kaiser. »Die ganze Welt weiß, was ich habe, und ich weiß es nicht!«

»Ich habe ihn früher nie nennen hören!« sagte der Haushofmeister. »Ich werde ihn suchen, ich werde ihn finden!«

Aber wo war er zu finden? Der Haushofmeister lief alle Treppen auf und nieder, durch Säle und Gänge, keiner von allen denen, auf die er traf, hatte von der Nachtigall sprechen hören. Und der Haushofmeister lief wieder zum Kaiser und sagte, daß es sicher eine Fabel von denen sei, die da Bücher schreiben. »Dero Kaiserliche Majestät können gar nicht glauben, was da alles geschrieben wird; das sind Erdichtungen und etwas, was man die schwarze Kunst nennt!«

»Aber das Buch, in dem ich dieses gelesen habe,« sagte der Kaiser, »ist mir von dem großmächtigen Kaiser von Japan gesandt, also kann es keine Unwahrheit sein. Ich will die Nachtigall hören; sie muß heute Abend hier sein! Sie hat meine höchste Gnade! Und kommt sie nicht, so soll der ganze Hof auf den Leib getrampelt werden, wenn er Abendbrot gegessen hat!«

»Tsing-pe!« sagte der Haushofmeister und lief wieder alle Treppen auf und nieder, durch alle Säle und Gänge; und der halbe Hof lief mit, denn sie wollten nicht gern auf den Leib getrampelt werden. Da gab es ein Fragen nach der merkwürdigen Nachtigall, welche die ganze Welt kannte, nur niemand bei Hofe.

Endlich trafen sie ein kleines, armes Mädchen in der Küche. Sie sagte: »O Gott, die Nachtigall, die kenne ich gut, ja, wie kann die singen! Jeden Abend habe ich die Erlaubnis, meiner armen, kranken Mutter einige Überbleibsel vom Tische mit nach Hause zu bringen; sie wohnt unten am Strande, und wenn ich dann zurückgehe, müde bin und im Walde ausruhe, dann höre ich die Nachtigall singen; es kommt mir dabei das Wasser in die Augen, und es ist gerade, als ob meine Mutter mich küßte!«

»Kleine Köchin,« sagte der Haushofmeister, »ich werde Dir eine feste Anstellung in der Küche und die Erlaubnis, den Kaiser speisen zu sehen, verschaffen, wenn Du uns zur Nachtigall führen kannst, denn sie ist zu heute Abend angesagt.«

So zogen sie allesamt hinaus in den Wald, wo die Nachtigall zu singen pflegte; der halbe Hof war mit. Als sie im besten Zuge waren, fing eine Kuh zu brüllen an.

»O!« sagten die Hofjunker, »nun haben wir sie; das ist doch eine merkwürdige Kraft in einem so kleinen Tiere! Die habe ich sicher schon früher gehört!«

»Nein, das sind Kühe, welche brüllen!« sagte die kleine Köchin. »Wir sind noch weit von dem Orte entfernt!«

Nun quakten die Frösche im Sumpfe.

»Herrlich!« sagte der chinesische Schloßpropst. »Nun höre ich sie, es klingt gerade wie kleine Kirchenglocken.«

»Nein, das sind Frösche!« sagte die kleine Köchin. »Aber nun, denke ich, werden wir sie bald hören!«

Da begann die Nachtigall zu singen.

»Das ist sie,« sagte das kleine Mädchen. »Hört, hört! Und da sitzt sie!« Sie zeigte nach einem kleinen, grauen Vogel oben in den Zweigen.

»Ist es möglich?« sagte der Haushofmeister. »So hätte ich sie mir nimmer gedacht; wie einfach sie aussieht! Sie hat sicher ihre Farbe darüber verloren, daß sie so viele vornehme Menschen um sich erblickt!«

»Kleine Nachtigall,« rief die kleine Köchin ganz laut, »unser gnädigster Kaiser will, daß Sie vor ihm singen möchten!«

»Mit dem größten Vergnügen,« sagte die Nachtigall und sang dann, daß es eine Lust war.

»Es ist gerade wie Glasglocken!« sagte der Haushofmeister. »Und seht die kleine Kehle, wie sie arbeitet! Es ist merkwürdig, daß wir sie früher nie gesehen haben; sie wird großes Aufsehen bei Hofe machen!«

»Soll ich noch einmal vor dem Kaiser singen?« sagte die Nachtigall, welche glaubte, der Kaiser sei auch da.

»Meine vortreffliche, kleine Nachtigall,« sagte der Haushofmeister, »ich habe die große Freude, Sie zu einem Hoffeste heute Abend einzuladen, was Sie Dero hohe Kaiserliche Gnaden mit Ihrem prächtigen Gesange bezaubern werden!«

»Der nimmt sich am besten im Grünen aus!« sagte die Nachtigall, aber sie kam doch gern mit, als sie hörte, daß der Kaiser es wünschte.

The Nightingale 2 (Edmund Dulac, 1911, commons.wikimedia.org)»Ist es möglich?« sagte der Haushofmeister. »So hätte ich sie mir nimmer gedacht; wie einfach sie aussieht! Sie hat sicher ihre Farbe darüber verloren, daß sie so viele vornehme Menschen um sich erblickt!«

Auf dem Schlosse war alles aufgeputzt. Die Wände und der Fußboden, welche von Porzellan waren, glänzten im Strahle vieler tausend goldener Lampen; die prächtigsten Blumen, welche recht klingeln konnten, waren in den Gängen aufgestellt; da war ein Laufen und ein Zugwind, aber alle Glocken klingelten so, daß man sein eigenes Wort nicht hören konnte.

Mitten in dem großen Saal, wo der Kaiser saß, war ein goldener Stab hingestellt, auf dem sollte die Nachtigall sitzen; der ganze Hof war da, und die kleine Köchin hatte die Erlaubnis erhalten, hinter der Thür zu stehen, da sie nun den Titel einer wirklichen Hofköchin bekommen hatte. Alle waren in ihrem größten Staate, und alle sahen nach dem kleinen, grauen Vogel, dem der Kaiser zunickte.

Die Nachtigall sang so herrlich, daß dem Kaiser die Thränen in die Augen traten; die Thränen liefen ihm über die Wangen hernieder, und da sang die Nachtigall noch schöner; das ging recht zu Herzen. Der Kaiser war sehr erfreut und sagte, daß die Nachtigall einen goldenen Pantoffel um den Hals tragen solle. Aber die Nachtigall dankte, sie habe schon Belohnung genug erhalten.

»Ich habe Thränen in des Kaisers Augen gesehen, das ist mir der reichste Schatz; eines Kaisers Thränen haben eine besondere Kraft! Gott weiß es, ich bin genug belohnt!« Und darauf sang sie wieder mit ihrer süßen, herrlichen Stimme.

»Das ist die liebenswürdigste Stimme, die ich kenne!« sagten die Damen ringsherum, und dann nahmen sie Wasser in den Mund, um zu klucken, wenn jemand mit ihnen spräche; sie glaubten, dann auch Nachtigallen zu sein. Ja, die Diener und Kammermädchen ließen melden, daß auch sie zufrieden seien, und das will viel sagen, denn sie sind am schwierigsten zu befriedigen. Ja, die Nachtigall machte wahrlich Glück.

Sie sollte nun bei Hofe bleiben, ihren eigenen Käfig samt der Freiheit haben, zweimal des Tages und einmal des Nachts heraus zu spazieren. Sie bekam zwölf Diener mit, welche ihr alle ein Seidenband um das Bein geschlungen hatten, woran sie sie fest hielten. Es war durchaus kein Vergnügen bei einem solchen Ausflug.

Die ganze Stadt sprach von dem merkwürdigen Vogel, und begegneten sich zwei, sagte der eine nichts anderes als »Nacht!« und der andere sagte: »Gall«, und dann seufzten sie und verstanden einander; ja, elf Hökerkinder wurden nach ihr benannt, aber nicht eins von ihnen hatte einen Ton in der Kehle.

Eines Tages erhielt der Kaiser eine Kiste, auf der geschrieben stand: »Die Nachtigall.«

»Da haben wir nun ein neues Buch über unsern berühmten Vogel!« sagte der Kaiser; aber es war kein Buch, es war ein Kunststück, welches in einer Schachtel lag, eine künstliche Nachtigall, die der lebenden gleichen sollte, aber überall mit Diamanten, Rubinen und Saphiren besetzt war. Sobald man den künstlichen Vogel aufzog, konnte er eins der Stücke, die der wirkliche sang, singen, und dann bewegte sich der Schweif auf und nieder und glänzte von Silber und Gold. Um den Hals hing ein kleines Band und darauf stand geschrieben: »Des Kaisers von Japan Nachtigall ist arm gegen die des Kaisers von China.«

»Das ist herrlich!« sagten alle, und der, welcher den künstlichen Vogel gebracht hatte, erhielt sogleich den Titel: Kaiserlicher Obernachtigallbringer.

»Nun müssen sie zusammen singen! Was wird das für ein Genuß werden!«

Sie mußten zusammen singen, aber es wollte nicht recht gehen, denn die wirkliche Nachtigall sang auf ihre Weise, und der Kunstvogel ging auf Walzen. »Der hat keine Schuld,« sagte der Spielmeister; »der ist besonders taktfest und ganz nach meiner Schule!« Nun sollte der Kunstvogel allein singen. Er machte ebenso viel Glück als der wirkliche, und dann war er viel niedlicher anzusehen; er glänzte wie Armbänder und Brustnadeln.

The Nightingale 3 (Edmund Dulac, 1911, commons.wikimedia.org)Und darauf sang sie wieder mit ihrer süßen, herrlichen Stimme.

 »Das ist die liebenswürdigste Stimme, die ich kenne!« sagten die Damen ringsherum, und dann nahmen sie Wasser in den Mund, um zu klucken, wenn jemand mit ihnen spräche; sie glaubten, dann auch Nachtigallen zu sein.

 

Dreiunddreißigmal sang er ein und dasselbe Stück und war doch nicht müde; die Leute hätten ihn gern wieder von vorn gehört, aber der Kaiser meinte, daß nun auch die lebendige Nachtigall etwas singen solle. Aber wo war die? Niemand hatte bemerkt, daß sie aus dem offenen Fenster fort zu ihren grünen Wäldern geflogen war.

»Aber was ist denn das?« fragte der Kaiser; und alle Hofleute schalten und meinten, daß die Nachtigall ein höchst undankbares Tier sei. »Den besten Vogel haben wir doch!« sagten sie, und so mußte der Kunstvogel wieder singen, und das war das vierunddreißigste Mal, daß sie dasselbe Stück zu hören bekamen, aber sie konnten es noch nicht ganz auswendig, denn es war sehr schwer. Der Spielmeister lobte den Vogel außerordentlich, ja, er versicherte, daß er besser, als die wirkliche Nachtigall sei, nicht nur was die Kleider und die vielen herrlichen Diamanten betreffe, sondern auch innerlich.

»Denn sehen Sie, meine Herrschaften, der Kaiser vor allen, bei der wirklichen Nachtigall kann man nie berechnen, was da kommen wird, aber bei dem Kunstvogel ist alles bestimmt; man kann es erklären, man kann ihn aufmachen und das menschliche Denken zeigen, wie die Walzen liegen, wie sie gehen, und wie das eine aus dem andern folgt!«

»Das sind ganz unsere Gedanken!« sagten sie alle, und der Spielmeister erhielt die Erlaubnis, am nächsten Sonntag den Vogel dem Volke vorzuzeigen; es sollte ihn auch singen hören, befahl der Kaiser, und es hörte ihn, und es wurde so vergnügt, als ob es sich im Thee berauscht hätte, denn das ist ganz chinesisch; und da sagten alle: »O!« und hielten den Zeigefinger in die Höhe und nickten dazu. Aber die armen Fischer, welche die wirkliche Nachtigall gehört hatten, sagten: »Es klingt hübsch, die Melodieen gleichen sich auch, aber es fehlt etwas, ich weiß nicht was!«

Die wirkliche Nachtigall ward aus dem Lande und Reiche verwiesen.

Der Kunstvogel hatte seinen Platz auf einem seidenen Kissen dicht bei des Kaisers Bett; alle Geschenke, welche er erhalten, Gold und Edelsteine, lagen rings um ihn her, und im Titel war er zu einem »Hochkaiserlichen Nachttischsänger« gestiegen, im Range Numero eins zur linken Seite, denn der Kaiser rechnete die Seite für die vornehmste, auf der das Herz saß, und das Herz sitzt auch bei einem Kaiser links. Und der Spielmeister schrieb ein Werk von fünfundzwanzig Bänden über den Kunstvogel; das war so gelehrt und lang, voll von den allerschwersten chinesischen Wörtern, daß alle Leute sagten, sie haben es gelesen und verstanden, denn sonst wären sie ja dumm gewesen und auf den Leib getrampelt worden.

The Nightingale 4 (Edmund Dulac, 1911, commons.wikimedia.org)Und der Spielmeister schrieb ein Werk von fünfundzwanzig Bänden über den Kunstvogel; das war so gelehrt und lang, voll von den allerschwersten chinesischen Wörtern…

So ging es ein ganzes Jahr; der Kaiser, der Hof und alle die übrigen Chinesen konnten jeden kleinen Kluck in des Kunstvogels Gesang auswendig, aber gerade deshalb gefiel er ihnen jetzt am allerbesten; sie konnten selbst mitsingen, und das thaten sie. Die Straßenbuben sangen: »Ziziiz! Kluckkluckkluck!« und der Kaiser sang es! Ja, das war gewiß prächtig!

Aber eines Abends, als der Kunstvogel am besten sang und der Kaiser im Bette lag und darauf hörte, sagte es »Schwupp« inwendig im Vogel; da sprang etwas »Schnurrrr!« Alle Räder liefen herum, und dann stand die Musik still.

Der Kaiser sprang gleich aus dem Bette und ließ seinen Leibarzt rufen, aber was konnte der helfen! Dann ließen sie den Uhrmacher holen, und nach vielem Sprechen und Nachsehen brachte er den Vogel etwas in Ordnung, aber er sagte, daß er sehr geschont werden müsse, denn die Zapfen seien abgenutzt, und es sei unmöglich, neue so einzusetzen, daß die Musik sicher gehe. Das war nun eine große Trauer! Nur einmal des Jahres durfte man den Kunstvogel singen lassen, und das war fast schon zu viel; aber dann hielt der Spielmeister eine kleine Rede mit den schweren Worten und sagte, daß es ebenso gut als früher sei, und dann war es ebenso gut als früher.

Nun waren fünf Jahre vergangen, und das ganze Land bekam eine wirkliche, große Trauer. Die Chinesen hielten im Grunde allesamt große Stücke auf ihren Kaiser, und jetzt war er krank und konnte nicht länger leben. Schon war ein neuer Kaiser gewählt, und das Volk stand draußen auf der Straße und fragte den Haushofmeister, wie es ihrem alten Kaiser gehe.

»P!« sagte er und schüttelte mit dem Kopfe.

Kalt und bleich lag der Kaiser in seinem großen, prächtigen Bette, der ganze Hof glaubte ihn tot, und ein jeder lief, den neuen Kaiser zu begrüßen, die Kammerdiener liefen hinaus, um darüber zu sprechen, und die Kammermädchen hatten große Kaffeegesellschaft. Ringsumher in allen Sälen und Gängen war Tuch gelegt, damit man niemand gehen höre, und deshalb war es da still. Aber der Kaiser war noch nicht tot; steif und bleich lag er in dem prächtigen Bette mit den langen Sammetvorhängen und den schweren Goldquasten, hoch oben stand ein Fenster auf, und der Mond schien herein auf den Kaiser und den Kunstvogel.

Der arme Kaiser konnte kaum atmen, es war gerade, als ob etwas auf seiner Brust säße; er schlug die Augen auf und da sah er, daß es der Tod war, der auf seiner Brust saß und sich seine goldene Krone aufgesetzt hatte und in der einen Hand des Kaisers goldenen Säbel, in der andern seine prächtige Fahne hielt; ringsumher aus den Falten der großen Sammetbettvorhänge sahen wunderliche Köpfe hervor, einige ganz häßlich, andere lieblich und mild; das waren des Kaisers gute und böse Thaten, welche ihn anblickten, jetzt, da der Tod ihm auf dem Herzen saß.

»Entsinnst Du Dich dieses?« Und dann erzählten sie ihm soviel, daß ihm der Schweiß von der Stirne rann.

»Das habe ich nie gewußt!« sagte der Kaiser. »Musik, Musik, die große chinesische Trommel,« rief er, »damit ich nicht alles zu hören brauche, was sie sagen!«

Aber sie fuhren fort, und der Tod nickte wie ein Chinese zu allem, was gesagt wurde.

»Musik, Musik!« schrie der Kaiser. »Du kleiner, herrlicher Goldvogel, singe doch, singe! Ich habe Dir Gold und Kostbarkeiten gegeben, ich habe Dir selbst meinen goldenen Pantoffel um den Hals gehängt, singe doch, singe!«

Aber der Vogel stand still, es war niemand da, um ihn aufzuziehen, sonst sang er nicht, und der Tod fuhr fort, den Kaiser mit seinen großen, leeren Augenhöhlen anzustarren, und es war still, erschrecklich still.

Da klang auf einmal vom Fenster her der herrlichste Gesang. Es war die kleine, lebendige Nachtigall, welche auf einem Zweige draußen saß; sie hatte von der Not ihres Kaisers gehört und war deshalb gekommen, ihm Trost und Hoffnung zu singen; und sowie sie sang, wurden die Gespenster bleicher und bleicher, das Blut kam immer rascher und rascher in des Kaisers schwachen Gliedern in Bewegung, und selbst der Tod horchte und sagte: »Fahre fort, kleine Nachtigall! Fahre fort!«

»Ja, willst Du mir den prächtigen, goldenen Säbel geben? Willst Du mir die reiche Fahne geben? Willst Du mir des Kaisers Krone geben?«

Der Tod gab jedes Kleinod für einen Gesang, und die Nachtigall fuhr fort zu singen, sie sang von dem stillen Gottesacker, wo die weißen Rosen wachsen, wo der Flieder duftet und wo das frische Gras von den Thränen der Überlebenden befeuchtet wird. Da bekam der Tod Sehnsucht nach seinem Garten und schwebte wie ein kalter, weißer Nebel aus dem Fenster.

»Dank, Dank!« sagte der Kaiser, »Du himmlischer, kleiner Vogel, ich kenne Dich wohl! Dich habe ich aus meinem Lande und Reich gejagt, und doch hast Du die bösen Geister von meinem Bette weggesungen, den Tod von meinem Herzen weggeschafft! Wie kann ich Dir lohnen?«

»Du hast mich belohnt!« sagte die Nachtigall. »Ich habe Deinen Augen Thränen entlockt, als ich das erste Mal sang, das vergesse ich nie; das sind die Juwelen, die ein Sängerherz erfreuen. Aber schlafe nun und werde stark, ich werde Dir vorsingen!«

Sie sang, und der Kaiser fiel in süßen Schlummer; mild und wohlthuend war der Schlaf!

Die Sonne schien durch das Fenster herein, als er gestärkt und gesund erwachte: keiner von seinen Dienern war noch zurückgekehrt; denn sie glaubten, er sei tot; aber die Nachtigall saß noch und sang.

»Immer mußt Du bei mir bleiben!« sagte der Kaiser. »Du sollst nur singen, wenn Du selbst willst, und den Kunstvogel schlage ich in tausend Stücke.«

The Nightingale 5 (Edmund Dulac, 1911, commons.wikimedia.org)Sogar der Tod hörte dem Lied zu und sagte: „Mach weiter, kleine Nachtigall, mach weiter!“

»Thue das nicht,« sagte die Nachtigall, »der hat ja das Gute gethan, so lange er konnte, behalte ihn wie bisher. Ich kann nicht nisten und wohnen im Schlosse, aber laß mich kommen, wenn ich selbst Lust habe, da will ich des Abends dort beim Fenster sitzen und Dir vorsingen, damit Du froh werden könnest und gedankenvoll zugleich. Ich werde von den Glücklichen singen und von denen, die da leiden; ich werde vom Bösen und Guten singen, was rings um Dich her Dir verborgen bleibt. Der kleine Singvogel fliegt weit herum zu dem armen Fischer, zu des Landmanns Dach, zu jedem, der weit von Dir und Deinem Hofe entfernt ist. Ich liebe Dein Herz mehr als Deine Krone, und doch hat die Krone einen Duft von etwas Heiligem um sich. Ich komme und singe Dir vor! Aber eins mußt Du mir versprechen.«

»Alles!« sagte der Kaiser und stand da in seiner kaiserlichen Tracht, die er angelegt hatte, und drückte den Säbel, welcher schwer von Gold war, an sein Herz.

»Um eins bitte ich Dich; erzähle niemand, daß Du einen kleinen Vogel hast, der Dir alles sagt, dann wird es noch besser gehen!«

So flog die Nachtigall fort.

Die Diener kamen herein, um nach ihrem toten Kaiser zu sehen; ja, da standen sie, und der Kaiser sagte: »Guten Morgen!«

 
 

The Nightingale
(Source: www.gutenberg.org)

The Nightingale 1 (Edmund Dulac, 1911, commons.wikimedia.org)Among these trees lived a nightingale, which sang so deliciously, that even the poor fisherman, who had plenty of other things to do, lay still to listen to it, when he was out at night drawing in his nets.

In China, as you know, the Emperor is a Chinaman, and all the people around him are Chinamen too. It is many years since the story I am going to tell you happened, but that is all the more reason for telling it, lest it should be forgotten. The emperor’s palace was the most beautiful thing in the world; it was made entirely of the finest porcelain, very costly, but at the same time so fragile that it could only be touched with the very greatest care. There were the most extraordinary flowers to be seen in the garden; the most beautiful ones had little silver bells tied to them, which tinkled perpetually, so that one should not pass the flowers without looking at them. Every little detail in the garden had been most carefully thought out, and it was so big, that even the gardener himself did not know where it ended. If one went on walking, one came to beautiful woods with lofty trees and deep lakes. The wood extended to the sea, which was deep and blue, deep enough for large ships to sail up right under the branches of the trees. Among these trees lived a nightingale, which sang so deliciously, that even the poor fisherman, who had plenty of other things to do, lay still to listen to it, when he was out at night drawing in his nets. „Heavens, how beautiful it is!“ he said, but then he had to attend to his business and forgot it. The next night when he heard it again he would again exclaim, „Heavens, how beautiful it is!“

Travellers came to the emperor’s capital, from every country in the world; they admired everything very much, especially the palace and the gardens, but when they heard the nightingale they all said, „This is better than anything!“

When they got home they described it, and the learned ones wrote many books about the town, the palace and the garden; but nobody forgot the nightingale, it was always put above everything else. Those among them who were poets wrote the most beautiful poems, all about the nightingale in the woods by the deep blue sea. These books went all over the world, and in course of time some of them reached the emperor. He sat in his golden chair reading and reading, and nodding his head, well pleased to hear such beautiful descriptions of the town, the palace and the garden. ‚But the nightingale is the best of all‘, he read.

„What is this?“ said the emperor. „The nightingale? Why, I know nothing about it. Is there such a bird in my kingdom, and in my own garden into the bargain, and I have never heard of it? Imagine my having to discover this from a book?“

Then he called his gentleman-in-waiting, who was so grand that when any one of a lower rank dared to speak to him, or to ask him a question, he would only answer „P“, which means nothing at all.

„There is said to be a very wonderful bird called a nightingale here“, said the emperor. „They say that it is better than anything else in all my great kingdom! Why have I never been told anything about it?“

„I have never heard it mentioned“, said the gentleman-in-waiting. „It has never been presented at court.“

„I wish it to appear here this evening to sing to me“, said the emperor. „The whole world knows what I am possessed of, and I know nothing about it!“

„I have never heard it mentioned before“, said the gentleman-in-waiting. „I will seek it, and I will find it!“ But where was it to be found? The gentleman-in-waiting ran upstairs and downstairs and in and out of all the rooms and corridors. No one of all those he met had ever heard anything about the nightingale; so the gentleman-in-waiting ran back to the emperor, and said that it must be a myth, invented by the writers of the books. „Your imperial majesty must not believe everything that is written; books are often mere inventions, even if they do not belong to what we call the black art!“

„But the book in which I read it is sent to me by the powerful Emperor of Japan, so it can’t be untrue. I will hear this nightingale; I insist upon its being here to-night. I extend my most gracious protection to it, and if it is not forthcoming, I will have the whole court trampled upon after supper!“

„Tsing-pe!“ said the gentleman-in-waiting, and away he ran again, up and down all the stairs, in and out of all the rooms and corridors; half the court ran with him, for they none of them wished to be trampled on. There was much questioning about this nightingale, which was known to all the outside world, but to no one at court. At last they found a poor little maid in the kitchen. She said: „Oh heavens, the nightingale? I know it very well. Yes, indeed it can sing. Every evening I am allowed to take broken meat to my poor sick mother: she lives down by the shore. On my way back, when I am tired, I rest awhile in the wood, and then I hear the nightingale. Its song brings the tears into my eyes; I feel as if my mother were kissing me!“

„Little kitchen-maid“, said the gentleman-in-waiting, „I will procure you a permanent position in the kitchen, and permission to see the emperor dining, if you will take us to the nightingale. It is commanded to appear at court to-night.“

Then they all went out into the wood where the nightingale usually sang. Half the court was there. As they were going along at their best pace a cow began to bellow.

„Oh!“ said a young courtier, „there we have it. What wonderful power for such a little creature; I have certainly heard it before.“

„No, those are the cows bellowing; we are a long way yet from the place.“ Then the frogs began to croak in the marsh.

„Beautiful!“ said the Chinese chaplain, „it is just like the tinkling of church bells.“

„No, those are the frogs!“ said the little kitchen-maid. „But I think we shall soon hear it now!“

Then the nightingale began to sing.

„There it is!“ said the little girl. „Listen, listen, there it sits!“ and she pointed to a little grey bird up among the branches.

„Is it possible?“ said the gentleman-in-waiting. „I should never have thought it was like that. How common it looks! Seeing so many grand people must have frightened all its colours away.“

„Little nightingale!“ called the kitchen-maid quite loud, „our gracious emperor wishes you to sing to him!“

„With the greatest of pleasure!“ said the nightingale, warbling away in the most delightful fashion.

„It is just like crystal bells“, said the gentleman-in-waiting. „Look at its little throat, how active it is. It is extraordinary that we have never heard it before! I am sure it will be a great success at court!“

„Shall I sing again to the emperor?“ said the nightingale, who thought he was present.

„My precious little nightingale“, said the gentleman-in-waiting, „I have the honour to command your attendance at a court festival to-night, where you will charm his gracious majesty the emperor with your fascinating singing.“

„It sounds best among the trees“, said the nightingale, but it went with them willingly when it heard that the emperor wished it.

The Nightingale 2 (Edmund Dulac, 1911, commons.wikimedia.org)„Is it possible?“ said the gentleman-in-waiting. „I should never have thought it was like that. How common it looks. Seeing so many grand people must have frightened all its colours away.“

The palace had been brightened up for the occasion. The walls and the floors, which were all of china, shone by the light of many thousand golden lamps. The most beautiful flowers, all of the tinkling kind, were arranged in the corridors; there was hurrying to and fro, and a great draught, but this was just what made the bells ring; one’s ears were full of the tinkling. In the middle of the large reception-room where the emperor sat a golden rod had been fixed, on which the nightingale was to perch. The whole court was assembled, and the little kitchen-maid had been permitted to stand behind the door, as she now had the actual title of cook. They were all dressed in their best; everybody’s eyes were turned towards the little grey bird at which the emperor was nodding. The nightingale sang delightfully, and the tears came into the emperor’s eyes, nay, they rolled down his cheeks; and then the nightingale sang more beautifully than ever, its notes touched all hearts. The emperor was charmed, and said the nightingale should have his gold slipper to wear round its neck. But the nightingale declined with thanks; it had already been sufficiently rewarded.

„I have seen tears in the eyes of the emperor; that is my richest reward. The tears of an emperor have a wonderful power! God knows I am sufficiently recompensed!“ and then it again burst into its sweet heavenly song.

„That is the most delightful coquetting I have ever seen!“ said the ladies, and they took some water into their mouths to try and make the same gurgling when any one spoke to them, thinking so to equal the nightingale. Even the lackeys and the chambermaids announced that they were satisfied, and that is saying a great deal; they are always the most difficult people to please. Yes, indeed, the nightingale had made a sensation. It was to stay at court now, and to have its own cage, as well as liberty to walk out twice a day, and once in the night. It always had twelve footmen, with each one holding a ribbon which was tied round its leg. There was not much pleasure in an outing of that sort.

The whole town talked about the marvellous bird, and if two people met, one said to the other „Night“, and the other answered „Gale“, and then they sighed, perfectly understanding each other. Eleven cheesemongers‘ children were called after it, but they had not got a voice among them.

One day a large parcel came for the emperor; outside was written the word „Nightingale“.

„Here we have another new book about this celebrated bird“, said the emperor. But it was no book; it was a little work of art in a box, an artificial nightingale, exactly like the living one, but it was studded all over with diamonds, rubies and sapphires.

When the bird was wound up it could sing one of the songs the real one sang, and it wagged its tail, which glittered with silver and gold. A ribbon was tied round its neck on which was written: „The Emperor of Japan’s nightingale is very poor compared to the Emperor of China’s.“

Everybody said: „Oh, how beautiful!“ And the person who brought the artificial bird immediately received the title of Imperial Nightingale-Carrier in Chief.

„Now, they must sing together; what a duet that will be.“

Then they had to sing together, but they did not get on very well, for the real nightingale sang in its own way, and the artificial one could only sing waltzes.

„There is no fault in that“, said the music-master; „it is perfectly in time and correct in every way!“

Then the artificial bird had to sing alone. It was just as great a success as the real one, and then it was so much prettier to look at; it glittered like bracelets and breast-pins.

The Nightingale 3 (Edmund Dulac, 1911, commons.wikimedia.org)Then it again burst into its sweet heavenly song.

„That is the most delightful coquetting I have ever seen!“ said the ladies, and they took some water into their mouths to try and make the same gurgling, thinking so to equal the nightingale.

It sang the same tune three and thirty times over, and yet it was not tired; people would willingly have heard it from the beginning again, but the emperor said that the real one must have a turn now—but where was it? No one had noticed that it had flown out of the open window, back to its own green woods.

„But what is the meaning of this?“ said the emperor.

All the courtiers railed at it, and said it was a most ungrateful bird.

„We have got the best bird though“, said they, and then the artificial bird had to sing again, and this was the thirty-fourth time that they heard the same tune, but they did not know it thoroughly even yet, because it was so difficult.

The music-master praised the bird tremendously, and insisted that it was much better than the real nightingale, not only as regarded the outside with all the diamonds, but the inside too.

„Because you see, my ladies and gentlemen, and the emperor before all, in the real nightingale you never know what you will hear, but in the artificial one everything is decided beforehand! So it is, and so it must remain, it can’t be otherwise. You can account for things, you can open it and show the human ingenuity in arranging the waltzes, how they go, and how one note follows upon another!“

„Those are exactly my opinions“, they all said, and the music-master got leave to show the bird to the public next Sunday. They were also to hear it sing, said the emperor. So they heard it, and all became as enthusiastic over it as if they had drunk themselves merry on tea, because that is a thoroughly Chinese habit.

Then they all said „Oh“, and stuck their forefingers in the air and nodded their heads; but the poor fishermen who had heard the real nightingale said, „It sounds very nice, and it is very like the real one, but there is something wanting, we don’t know what.“ The real nightingale was banished from the kingdom.

The artificial bird had its place on a silken cushion, close to the emperor’s bed: all the presents it had received of gold and precious jewels were scattered round it. Its title had risen to be „Chief Imperial Singer of the Bed-Chamber“, in rank number one, on the left side; for the emperor reckoned that side the important one, where the heart was seated. And even an emperor’s heart is on the left side. The music-master wrote five-and-twenty volumes about the artificial bird; the treatise was very long and written in all the most difficult Chinese characters. Everybody said they had read and understood it, for otherwise they would have been reckoned stupid, and then their bodies would have been trampled upon.

The Nightingale 4 (Edmund Dulac, 1911, commons.wikimedia.org)The music-master wrote five-and-twenty volumes about the artificial bird; the treatise was very long and written in all the most difficult Chinese characters.

Things went on in this way for a whole year. The emperor, the court, and all the other Chinamen knew every little gurgle in the song of the artificial bird by heart; but they liked it all the better for this, and they could all join in the song themselves. Even the street boys sang „zizizi“ and „cluck, cluck, cluck“, and the emperor sang it too.

But one evening when the bird was singing its best, and the emperor was lying in bed listening to it, something gave way inside the bird with a „whizz“. Then a spring burst, „whirr“ went all the wheels, and the music stopped. The emperor jumped out of bed and sent for his private physicians, but what good could they do? Then they sent for the watchmaker, and after a good deal of talk and examination he got the works to go again somehow; but he said it would have to be saved as much as possible, because it was so worn out, and he could not renew the works so as to be sure of the tune. This was a great blow! They only dared to let the artificial bird sing once a year, and hardly that; but then the music-master made a little speech, using all the most difficult words. He said it was just as good as ever, and his saying it made it so.

Five years now passed, and then a great grief came upon the nation, for they were all very fond of their emperor, and he was ill and could not live, it was said. A new emperor was already chosen, and people stood about in the street, and asked the gentleman-in-waiting how their emperor was going on.

„P“, answered he, shaking his head.

The emperor lay pale and cold in his gorgeous bed, the courtiers thought he was dead, and they all went off to pay their respects to their new emperor. The lackeys ran off to talk matters over, and the chambermaids gave a great coffee-party. Cloth had been laid down in all the rooms and corridors so as to deaden the sound of footsteps, so it was very, very quiet. But the emperor was not dead yet. He lay stiff and pale in the gorgeous bed with its velvet hangings and heavy golden tassels. There was an open window high above him, and the moon streamed in upon the emperor, and the artificial bird beside him.

The poor emperor could hardly breathe, he seemed to have a weight on his chest, he opened his eyes, and then he saw that it was Death sitting upon his chest, wearing his golden crown. In one hand he held the emperor’s golden sword, and in the other his imperial banner. Round about, from among the folds of the velvet hangings peered many curious faces: some were hideous, others gentle and pleasant. They were all the emperor’s good and bad deeds, which now looked him in the face when Death was weighing him down.

„Do you remember that?“ whispered one after the other; „Do you remember this?“ and they told him so many things that the perspiration poured down his face.

„I never knew that“, said the emperor. „Music, music, sound the great Chinese drums!“ he cried, „that I may not hear what they are saying.“ But they went on and on, and Death sat nodding his head, just like a Chinaman, at everything that was said.

„Music, music!“ shrieked the emperor. „You precious little golden bird, sing, sing! I have loaded you with precious stones, and even hung my own golden slipper round your neck; sing, I tell you, sing!“

But the bird stood silent; there was nobody to wind it up, so of course it could not go. Death continued to fix the great empty sockets of his eyes upon him, and all was silent, so terribly silent.

Suddenly, close to the window, there was a burst of lovely song; it was the living nightingale, perched on a branch outside. It had heard of the emperor’s need, and had come to bring comfort and hope to him. As it sang the faces round became fainter and fainter, and the blood coursed with fresh vigour in the emperor’s veins and through his feeble limbs. Even Death himself listened to the song and said, „Go on, little nightingale, go on!“

„Yes, if you give me the gorgeous golden sword; yes, if you give me the imperial banner; yes, if you give me the emperor’s crown.“

And Death gave back each of these treasures for a song, and the nightingale went on singing. It sang about the quiet churchyard, when the roses bloom, where the elder flower scents the air, and where the fresh grass is ever moistened anew by the tears of the mourner. This song brought to Death a longing for his own garden, and, like a cold grey mist, he passed out of the window.

„Thanks, thanks!“ said the emperor; „you heavenly little bird, I know you! I banished you from my kingdom, and yet you have charmed the evil visions away from my bed by your song, and even Death away from my heart! How can I ever repay you?“

„You have rewarded me“, said the nightingale. „I brought the tears to your eyes, the very first time I ever sang to you, and I shall never forget it! Those are the jewels which gladden the heart of a singer;—but sleep now, and wake up fresh and strong! I will sing to you!“

Then it sang again, and the emperor fell into a sweet refreshing sleep. The sun shone in at his window, when he woke refreshed and well; none of his attendants had yet come back to him, for they thought he was dead, but the nightingale still sat there singing.

„You must always stay with me!“ said the emperor. „You shall only sing when you like, and I will break the artificial bird into a thousand pieces!“

The Nightingale 5 (Edmund Dulac, 1911, commons.wikimedia.org)Even Death himself listened to the song and said: „Go on, little nightingale, go on!“

„Don’t do that!“ said the nightingale, „it did all the good it could! keep it as you have always done! I can’t build my nest and live in this palace, but let me come whenever I like, then I will sit on the branch in the evening, and sing to you. I will sing to cheer you and to make you thoughtful too; I will sing to you of the happy ones, and of those that suffer too. I will sing about the good and the evil, which are kept hidden from you. The little singing bird flies far and wide, to the poor fisherman, and the peasant’s home, to numbers who are far from you and your court. I love your heart more than your crown, and yet there is an odour of sanctity round the crown too! — I will come, and I will sing to you! — But you must promise me one thing!“

„Everything!“ said the emperor, who stood there in his imperial robes which he had just put on, and he held the sword heavy with gold upon his heart.

„One thing I ask you! Tell no one that you have a little bird who tells you everything; it will be better so!“

Then the nightingale flew away. The attendants came in to see after their dead emperor, and there he stood, bidding them „Good morning!“

Write a comment

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s