Was will ich?

celebration-loy-krathong-in-lumpini-park-bangkok-thailand-robertpollai-commons-wikimedia-orgPhoto: Robertpollai – commons.wikimedia.org

 

Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein.
Was darüber ist, das ist vom Übel.

Matthäus 5, 37

 

Es war nie eine Frage von was andere für richtig oder falsch halten, sondern immer nur, ob ich mir selbst treu bleibe. Mit anderen Worten: ob mein Ja wirklich ein Ja ist und mein Nein wirklich ein Nein. Dieses Ja oder Nein sprechen wir immer nur zu uns selbst, nicht für oder gegen etwas, nicht für oder gegen jemand. Wir kennen jedoch Gefühle wie Reue oder Scham: „Hätt ich doch nur, dann…“, weil anscheinend ein Nein im Herzen und ein Ja auf der Zunge war oder umgekehrt. Jedoch die Entscheidungen, die wir treffen, tun wir das nicht immer so gut wir halt das im jeweiligen Moment können? Sprechen wir nicht IMMER voll und ganz Ja zu uns selbst, so wie wir sind, auch wenn wir hinterher denken mögen, dass auch noch (scheinbar) andere Handlungsmöglichkeiten da gewesen seien? Wenn sie aber tatsächlich da gewesen wären, wären wir dann noch die, die wir sind? Die einzige Last die wir tragen mögen ist die der Selbstverurteilung. Scham ist der Versuch in Gedanken das Bild zu reparieren, das andere von uns haben und zu dem wir – meist vor langer Zeit – einmal Ja sagten, Ja sagen mussten, obwohl wir Nein fühlten. Es wird gelehrt: „Wenn jeder täte, was er wollte, ohne Rücksicht auf…“, und so wird ein Same in unser Herz gelegt, der uns uns selbst entzweit und in die Hölle von Hunger, Suche und der ganzen Bandbreite an unangenehmen Gefühlen wirft. Die Wahrheit ist: Was wir lieben können, sind immer nur wir selbst und das tun wir auch – alles andere ist eine Lüge, Mindfuck. Aber selbst dieser Mindfuck ist ein Weg der Liebe. Wenn wir das begreifen, sehen wir das Perfekte in allem scheinbar so Unperfektem, „die Leere in der Form“ und erleben Erlösung, Erwachen indem wir das Ja zu uns selbst wiederentdecken, so wie wir sind, mit allem scheinbar Unperfektem, und wir merken, dass da niemals wirklich ein Nein war. Dies heisst aber auch unsere eigene Bedürftigkeit anzuerkennen. Wir kommen als Babys auf die Welt. Kann denn ein Baby sich selbst versorgen? Niemand würde das ernsthaft behaupten. Wieso also meinen wir, dass wir in geistiger Hinsicht eine Art autarke Superwesen seien? Ist das nicht auch wieder ein zwar wohlklingendes, aber unwahres Konzept? In paradoxer Weise ist uns zugleich alle Macht gegeben und alle Macht entzogen. Mensch und Gott. So ist das eben… Na und.

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