Tunten Talk

Ich stehe in einer „Claire’s„-Filiale auf der Suche nach aufklebbaren Ohrstickern. Für die, die’s nicht wissen: Claire’s ist eine UK-Firma mit Läden auf der ganzen Welt und sozusagen DER Tempel für pubertierende Mädchen mit allerlei Haarschmuck, Modeschmuck, Schminke und Täschchen-Schnickschnack in Knallerfarben.

Seit ich ich normalgewichtig bin (- von ehemals mind. 180 kg!), habe ich eine postpubertäre Nachholphase was Mode und sich aufbrezeln anbelangt. Ich habe da wirklich mehr wie unstylishe Lebensabschnitte hinter mir – z.T. gezwungernermassen, weil Mode für extrem dicke Menschen rar ist und du sowieso selten was wirklich verrücktes, extravagantes bekommst (- und wenn, dann nur für ordentlichen Aufpreis), z.T. auch einfach aus Desinteresse oder Resignation.

Ein fescher, sportlicher Mann fällt mir auf. Ich denke zuerst, der will wohl was für Freundin oder Kinder kaufen. Nö, er gönnt sich selbst was und probiert versch. Glitzerohrstecker durch. Ich sage lachend zu ihm: „Wie schön, auch einmal einen Mann in diesem Laden zu sehen!“ Er: „Dieser Mann ist 2x pro Woche in diesem Laden!“. Ich kanns nicht lassen und setze mit gespieltem, rügendem Ton noch einen drauf: „Soso, den Weibern das Hoheitsgebiet streitig machen!!!“ Über den darauffolgenden Gesichtsausdruck rätsle ich noch immer: ein kurzes Lachen, dann eine Millisekunde Nachdenklichkeit bei gleichzeitigem „I’m proud to belong to the rainbow family“…

Gott sei Dank hab ich nicht noch „Wir Weiber müssen zusammenhalten!“ oder so gesagt…

Prinzessinnen-Bettwäsche

Princesses bedding

Photos © Barbara-Paraprem

Ich kaufe nicht oft solche Dinge, aber ich dachte schon länger an neue Bettwäsche. Ich habe mich für diese (Disney-) Prinzessinnen-Bettwäsche entschieden, die eigentlich für Kinder ist…

smilie grins

I do not often buy such things, but I have been thinking about new bedding for some time. I chose these (Disney-) princesses bedding, which is actually for children…

Gesangsbuch

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© Barbara-Paraprem

 

Eigentlich rief der Priester in der heutigen Abendmesse zum singen von Lied 606 auf, doch plötzlich schoss mir die Frage in den Kopf, ob es im Gesangsbuch eine „Nr. 666“ gäbe. Es gibt. Mit dem Untertitel „Auf der Suche nach dem Du“…
smilie inquisitor

The priest actually called to sing the song 606 at todays evening mass, but suddenly the question came to my mind whether there is a „No. 666“. There is. With the subtitle „In search of the You“…

Oh mein GO-tt…

Of course I tried to win – otherwise I would not be I! But how you should have the slightest chance to win against the son of God? After all, his daddy, from whom he has learned the skills, knows all possible Go moves, long bevore the computer programm „Alpha Go“ a few years ago for the first time a man defeated…

Natürlich habe ich versucht zu gewinnen – sonst wäre ich ja nicht ICH! Aber wie soll man denn gegen den Sohn Gottes nur den Hauch einer Gewinnchance haben? Schliesslich kennt sein Papi, von dem er das Handwerk gelernt hat, sämtliche mögliche Go-Züge, längst bevor das Computerprogram „Alpha Go“ vor wenigen Jahren erstmals einen Mensch besiegte…

smilie nun

Suchet, so werdet ihr finden!

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Photosource: VyacheslavLn – pixabay.com

„Suchet, so werdet ihr finden.“

Matthäus 7, 7

Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass es heisst: „Suchet, so werdet ihr finden“ und nicht „Findet, so werdet ihr finden“? Für gewöhnlich wird dieser Satz aus der Bibel so interpretiert, dass man, wenn man nur lange oder angestrengt genug sucht, auch findet, d.h. etwas erreicht, bekommt. Aber wer gefunden hat – seien es Antworten, Dinge, Menschen, „Wahrheiten“… whatever! – wie neu, unmittelbar, frei sind dessen Eindrücke? Alles was wir wahrnehmen vergleichen wir zumeist mit längst vergangenen Erfahrungen, weil uns das eine Sicherheit suggeriert, die Dinge einordnen zu können, unter Kontrolle zu haben und nicht machtlos zu sein. Aber sobald wir zu „wissen“ scheinen, wie offen sind wir dann noch für das, was gerade geschieht und jenseits aller Schubladisierungen liegt? Es ist, als sähen wir beständig alles und jeden durch irgendeine wie auch immer geartete Brille, angenehm oder unanagenehm. Aber kann man das wirklich „finden“ nennen? Wir scheinen zu leben, beschäftigen uns aber in Wahrheit mit Erinnerungen körperlicher, emotionaler oder gedanklicher Art.

Bei einer anderen Bibelstelle, Prediger 3, werden verschiedene (gegensätzliche) Erfahrungsmöglichkeiten aufgezählt und es heisst:

„Ein jegliches hat seine Zeit…suchen und verlieren…“

Suchen und verlieren! Nicht: Gewinnen und verlieren. Man könnte doch meinen, dass der, der nicht verliert, etwas gewinnt, aber nein: Suchen und verlieren…

Oder in 1. Korinther 8, 2:

„So aber jemand sich dünken läßt, er wisse etwas, der weiß noch nichts, wie er wissen soll.“

Es scheint als würde da auf paradoxe Weise auf die Fülle in der Leere gedeutet, das „bekommen“ mit leeren Händen, das Wissen im Nichtwissen, die Antwort in der Frage, das Finden im Nicht-Finden… das Leben im Tod.

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Foto: © Barbara-Paraprem, 2016

Spruch auf einer Tafel in einem Café:

„Und sobald du die Antwort hast, ändert das Leben die Frage.“

Was will ich?

celebration-loy-krathong-in-lumpini-park-bangkok-thailand-robertpollai-commons-wikimedia-orgPhoto: Robertpollai – commons.wikimedia.org

 

Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein.
Was darüber ist, das ist vom Übel.

Matthäus 5, 37

 

Es war nie eine Frage von was andere für richtig oder falsch halten, sondern immer nur, ob ich mir selbst treu bleibe. Mit anderen Worten: ob mein Ja wirklich ein Ja ist und mein Nein wirklich ein Nein. Dieses Ja oder Nein sprechen wir immer nur zu uns selbst, nicht für oder gegen etwas, nicht für oder gegen jemand. Wir kennen jedoch Gefühle wie Reue oder Scham: „Hätt ich doch nur, dann…“, weil anscheinend ein Nein im Herzen und ein Ja auf der Zunge war oder umgekehrt. Jedoch die Entscheidungen, die wir treffen, tun wir das nicht immer so gut wir halt das im jeweiligen Moment können? Sprechen wir nicht IMMER voll und ganz Ja zu uns selbst, so wie wir sind, auch wenn wir hinterher denken mögen, dass auch noch (scheinbar) andere Handlungsmöglichkeiten da gewesen seien? Wenn sie aber tatsächlich da gewesen wären, wären wir dann noch die, die wir sind? Die einzige Last die wir tragen mögen ist die der Selbstverurteilung. Scham ist der Versuch in Gedanken das Bild zu reparieren, das andere von uns haben und zu dem wir – meist vor langer Zeit – einmal Ja sagten, Ja sagen mussten, obwohl wir Nein fühlten. Es wird gelehrt: „Wenn jeder täte, was er wollte, ohne Rücksicht auf…“, und so wird ein Same in unser Herz gelegt, der uns uns selbst entzweit und in die Hölle von Hunger, Suche und der ganzen Bandbreite an unangenehmen Gefühlen wirft. Die Wahrheit ist: Was wir lieben können, sind immer nur wir selbst und das tun wir auch – alles andere ist eine Lüge, Mindfuck. Aber selbst dieser Mindfuck ist ein Weg der Liebe. Wenn wir das begreifen, sehen wir das Perfekte in allem scheinbar so Unperfektem, „die Leere in der Form“ und erleben Erlösung, Erwachen indem wir das Ja zu uns selbst wiederentdecken, so wie wir sind, mit allem scheinbar Unperfektem, und wir merken, dass da niemals wirklich ein Nein war. Dies heisst aber auch unsere eigene Bedürftigkeit anzuerkennen. Wir kommen als Babys auf die Welt. Kann denn ein Baby sich selbst versorgen? Niemand würde das ernsthaft behaupten. Wieso also meinen wir, dass wir in geistiger Hinsicht eine Art autarke Superwesen seien? Ist das nicht auch wieder ein zwar wohlklingendes, aber unwahres Konzept? In paradoxer Weise ist uns zugleich alle Macht gegeben und alle Macht entzogen. Mensch und Gott. So ist das eben… Na und.